Bei den derzeit laufenden Debatten um die Rückkehr von Richard Stallman in den Vorstand der Free Software Foundation (FSF) hat sich nun auch eine Unterstützergruppe für Stallman formiert. Auch diese reagiert mit einem offenen Brief und hat dafür bis zum 29. März fast 4000 Unterschriften von privaten Personen gesammelt.
Stallman war im Jahr 2019 als Präsident der FSF zurückgetreten, nachdem er den 2016 verstorbenen Professor Marvin Minsky verteidigte, dem im Zuge der Epstein-Affäre vorgeworfen wurde, gegen ihren Willen mit einer Minderjährigen geschlafen zu haben. Vergangene Woche verkündete er überraschend, dass er nun wieder im Vorstand der FSF sei.
Das Schreiben der Unterstützer von Richard Stallman sieht diesen als Opfer einer Attacke. Stallman werde lediglich dafür angegriffen, weil er seine persönliche Meinung äußere. Diesen bösartigen Online-Attacken werde man nicht länger untätig zusehen, heißt es im Schreiben.
Die Verfasser und Unterzeichner sehen Stallman als jemanden, der sich in seinen Äußerungen mehr auf die philosophischen Grundlagen konzentriere und der die objektive Wahrheit und den sprachlichen Purismus verfolge, während er die Gefühle der Menschen zu den Themen, die er kommentiert, unterbewerte. Seine Argumente seien deshalb anfällig für Missverständnisse und Fehldarstellungen und genau dies sei in dem offenen Brief, der seine Absetzung fordert der Fall.
Stallmans Äußerungen müssten in diesem Kontext interpretiert werden und auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er die Dinge meistens nicht diplomatisch zu formulieren versuche, heißt es im Schreiben.
Den Unterzeichnern des Schreibens, das Stallmans Rücktritt fordert, entgegnen die Stallman-Unterstützer, das sie kein Mitspracherecht bei der Wahl der Führung von Communities haben und dies schon gar nicht über einen weiteren Mob-Angriff, der nicht im Entferntesten einer fair geführten Debatte ähnle, wie sie von besseren Leuten wie Richard Stallman vorgelebt werde.
Wie berichtet hat sich die FSF unterdessen entschlossen, neue Regeln für die Besetzung der Vorstandsposten aufzustellen.



