Stallman-Affäre: FSF verordnet sich neue Führungsprozesse

Nachdem Richard Stallman überraschend in den Vorstand der Free Software Foundation (FSF) zurückgekehrt ist und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat, teilt die FSF mit, neue Regelungen für die Ernennung von Vorstandsmitgliedern einzuführen. Auch die Organisation der FSF soll sich ändern, heißt es in einer Mitteilung.

Es soll künftig einen transparenten und formellen Prozess für die Aufstellung von Kandidaten und die Ernennung von Vorstandsmitgliedern geben, teilt die FSF mit. Diese Kandidaten sollen weise, fähig und in der Mission der FSF engagiert sein, heißt es weiter. Zudem wolle man Möglichkeiten schaffen, dass Unterstützer der FSF in die Diskussion eingebunden seien.

Es sollen sich zudem alle existierenden Vorstandsmitglieder diesem Prozess sobald wie möglich unterziehen, damit man entscheiden könne, wer im Vorstand bleibt und wer nicht. Dem Vorstand soll zudem ein Mitglied der Mitarbeiterschaft angehören, heißt es weiter. Die FSF-Belegschaft werde diesen Vorstand wählen.

Der Vorstand will sich juristischen Beistand holen, um die geplanten Änderungen auf eine rechtssichere Basis zu stellen. Zur Umsetzung der Schritte habe man sich eine Frist von 30 Tagen gesetzt. Am heutigen Tag will der FSF-Vorstand erneut tagen, um weitere Entscheidungen treffen zu können.

Stallman musste 2019 als Präsident der FSF zurückgetreten, weil er den 2016 verstorbenen Professor Marvin Minsky verteidigte, dem im Zuge der Epstein-Affäre vorgeworfen wurde, gegen ihren Willen mit einer Minderjährigen geschlafen zu haben. Die Rückkehr Stallmans in den Vorstand haben Open-Source-Größen und Organisationen nebst 2000 privaten Unterzeichnern in einem offenen Brief hart kritisiert und seinen neuerlichen Rücktritt gefordert.

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