Die Hardware-Inventarisierung in einem Rechenzentrum ist alles andere als ein Kinderspiel. Um Geräte schnell dem passenden Datenbankeintrag zuordnen zu können, versieht Charly jedes neu angeschaffte System mit einem QR-Code-Aufkleber. Dabei hilft ihm Zint.
Beim Verwalten größerer Mengen von Geräten kommt man um eine zentrale Datenhaltung nicht herum. Im einfachsten Fall kann das ein Wiki sein, mit einem Eintrag pro System. Darin stehen dann etwa das Datum der Anschaffung, die Länge der Gewährleistungsfrist oder des Wartungsvertrags, bereits vorgenommene Reparaturen und die Nummer des Racks, in dem das Gerät eingebaut ist (das Wiederfinden von Hardware in einem größeren Rechenzentrum kann zeitraubend sein). Die URL des Wiki-Eintrags kodiere ich dann in einen Strich- oder QR-Code, drucke ihn auf Selbstklebefolie und pappe ihn aufs Gerät.
Die Codes dazu generiere ich mit Zint [1]. Viele Distributionen haben das Tool an Bord, ansonsten ist es schnell aus dem Github-Repository kompiliert. Dazu muss aber die Libpng vorhanden sein, sonst generiert Zint keine Bilder. Wer nun Codes erzeugen möchte, hat die Qual der Wahl: Zint kennt Dutzende Varianten. Mit »zint -t« kann ich mir deren Bezeichnungen anzeigen lassen.
Einige wenige, wie EAN und QR, kenne ich aus dem Alltag. PDF417 (Abbildung 2) und Verwandte finden sich auf den Bordkarten vieler Airlines. Auf dem Tisch liegt zufällig ein Erkältungsmedikament vor mir, das einen PZN-Strichcode trägt. Einer Webseite [2] zum Generieren von Barcodes entnehme ich, dass es sich dabei um die Pharmazentralnummer handelt. Auf derselben Webseite – sie nutzt witzigerweise selbst Zint – gibt es auch Beispiele für die anderen Codetypen.
Für Inventarisierungszwecke verwende ich einen Klassiker, den QR-Code. Darin kann ich alle ASCII-Zeichen kodieren, Umlaute muss ich mir verkneifen. Mit dem Aufruf aus Listing 1 erzeuge ich einen QR-Code als PNG, der die URL der Webseite des Linux-Magazins verrät.
Listing 1
QR-Code mit Zint
$ zint -o ~/qr/linmagurl-qr.png -b 58 -d https://linux-magazin.de
Mit »-b 58« wähle ich dazu QR als Codetyp aus. Der Parameter »-d« für »data« muss immer am Schluss stehen: Alle darauf folgenden Optionen ignoriert Zint fröhlich. Solange ich mich daran halte, klappt die Barcodegenerierung wie am Schnürchen. Damit habe ich wieder eine Ausrede weniger, die lästige Inventarisierung vor mir herzuschieben. (jlu)
Infos
- Zint: https://github.com/zint/zint
- Barcode-Generator: http://www.barcode-generator.org






