Dass der amerikanische Linux-Spezialist Red Hat vor einiger Zeit Umstellungen bei der Distribution CentOS angekündigt hat, sorgte für Unmut. Jetzt bietet Red Hat mit einer erweitertem Developer Programm sein Enterprise Linux in einer erweiterten kostenlosen Lizenz an.
Statt bislang auf einer Maschine darf RHEL im Zuge dieser Lizenzänderung für Developer auf 16 Systeme im produktiven Einsatz. Damit stelle man für kleinere Produktiveinsätze eine kostenlose aber auch selbst zu pflegende Version von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) zur Verfügung, teilt Red Hat mit.
Für die Anmeldung für das neu aufgelegte Programm genüge ein kostenloser Red Hat Account oder ein Single-Sign-on über GitHub, Twitter oder Facebook um RHEL herunterladen zu können und Updates zu erhalten. Es sei nichts weiter nötig und es handle sich um kein Sales-Programm. Teilnehmer würden also nicht von Sales-Mitarbeitern kontaktiert.
Es sei zudem möglich, RHEL im Rahmen des erweiterten Proramms auch auf Public Clouds wie AWS, Google Cloud Platform und Microsoft Azure zu betreiben. In dem Fall würden nur die Kosten der jeweiligen Cloud-Anbieter anfallen, das Betriebssystem sei kostenlos für die Entwicklungs-Einsätze und für die kleinen Produktionen mit bis zu 16 Systemen.
Red Hat unternimmt den Schritt, um Kritik aus der Community abzufedern. Wie berichtet hatte Red Hat hat angekündigt, dass das vom Unternehmen seit 2014 finanziell und personell geförderte CentOS in der derzeitigen Form nicht weiter geführt wird. Aus dem derzeit als Red-Hat-Nachbau angelegten CentOS wird CentOS Stream. Entscheidender Unterschied: Statt wie bisher als stabile Distribution auf die Red-Hat-Enterprise-Versionen zu folgen, ist CentOS Stream dann der Upstreamzweig, der Red Hat Enterprise Linux voraus ist. Nutzer beklagten damit den Wegfall einer stabilen und kostenlosen Distribution zugunsten einer von den Kritikern als Betatest bezeichneten Version.


