Dan Kohn brachte als Chef der CNCF die Kubernetes-Entwicklung maßgeblich voran und leitete zuletzt die Public-Health-Initiative der Linux Foundation. Nun starb er mit 47 Jahren an Krebs.
Neben seinen unzweifelhaften Verdiensten in Sachen Linux und Open Source dürfte Kohn vor allem durch den Verkauf einer Sting-CD in die Geschichte eingehen. Er verkaufte “Ten Summoner’s Tales” über das Internet an einen Freund, der mit seiner Kreditkarte zahlte. Was zunächst wenig spektakulär klingt, ist dennoch etwas Besonderes: Der Deal ging am 11. August 1994 über die Bühne und gilt als die erste kommerzielle und verschlüsselte Bezahltransaktion über das Internet überhaupt.
Das berichtete 2015 Fast Company und bezog sich dabei wiederum auf einen Artikel aus dem New-York-Times-Archiv. Demnach kam bei der Transaktion PGP zur Verschlüsselung zum Einsatz, als Browser diente der Firefox-Urahn X Mosaic. Auch Cohn selbst bestätigt die Geschichte auf seiner Webseite und fügt noch hinzu, dass bei der Transaktion auch der erste Warenkorb überhaupt beteiligt war.
Cloud-Native-Aushängeschild
In den letzten Jahren trat Kohn vor allem mit seiner Arbeit für die Cloud Native Computing Foundation in die Öffentlichkeit. Unter seiner Ägide wurde aus einer kleinen Versammlung das globale Kubecon-Event mit tausenden Besuchern auf drei Kontinenten. Nicht ganz unschuldig daran dürfte die von der CNCF betreute Software namens Kubernetes sein. Kohn brachte nicht nur die Standardisierungsbemühungen rund um Kubernetes voran, sondern half auch, das Cloud-Native-Ökosystem rund um die Containerplattform zu definieren.

Dan Kohn leitete nicht nur die Cloud Native Computing Foundation (Quelle: cncf.io).
Weiterhin war Kohn einer der Ko-Autoren von RFC 3023, das XML Media Types definiert. Er arbeitete unter anderem als Vice President für Teledesic, einem von Bill Gates mitfinanzierten Unternehmen für Satelliten-Internet und als CTO für Spreemo, einer cloudbasierten Patienten-Plattform. Die letztgenannte Stelle könnte auch den Ausschlag für seine letzte Position gegeben haben. Kohn leitete zuletzt die Public-Health-Initiative der Linux Foundation, die Open-Source-Software entwickelt, um COVID-19 und künftige Epidemien in den Griff zu bekommen. Nach einer Krebsdiagnose im August verstarb Kohn nun am 1. November in New York.



