Hamburg will weg von Microsoft-Produkten

SPD und Grüne haben sich in Hamburg auf den Einstieg in den Microsoft-Ausstieg geeinigt. Die Stadt soll digital souverän werden.

Nach der vorsichtig angekündigten Rückkehr zu Open Source Software in München durch SPD und Grüne soll künftig auch mehr freie Software in der Verwaltung der Hansestadt Hamburg genutzt werden. Darauf haben sich ebenfalls SPD und Grüne in ihren Koalitionsverhandlungen in der zweitgrößten Stadt Deutschlands geeinigt. Der Koalitionsvertrag soll am 2. Juni 2020, vorgestellt werden. Die Parteien müssen dem Vertrag noch zustimmen.

Wie die Grünen Hamburgs auf Twitter mitteilten, umfasst die Vereinbarung unter anderem den “Einstieg in Ausstieg Microsoft”. In einer Erklärung zu den Ergebnissen sagte Carsten Brosda (SPD), dass die Stadtverwaltung “nicht einseitig abhängig” werden solle. Die Beteiligten wollen also das Problem des sogenannten Vendor-Lock-Ins angehen.

Zusätzlich soll die Hansestadt “Vorbild digitaler Souveränität” werden, woraus sich die volle Kontrolle über die eigenen Systeme ergibt, was wiederum wohl nur über Open Source Software erreichbar ist. Das Schlagwort digitale Souveränität wir seit einiger Zeit vermehrt von Politikern verwendet, so zum Beispiel auch von der Bundesregierung. Open-Source-Firmen wie etwa Nextcloud nehmen das gern auf. Die Open Source Business Alliance (OSBA) bezeichnet sich inzwischen sogar als “Bundesverband für digitale Souveränität”.

Große Teile der deutschen Verwaltung nutzen proprietäre Produkte einzelner Hersteller oder basieren darauf, das gilt insbesondere für die Windows-Betriebssysteme von Microsoft. Als Vorreiter gegen diese Entwicklung startete die Stadt München um die Jahrtausendwende das Limux-Projekt, um stattdessen Linux einzusetzen. Der Stadtrat wickelte das Projekt vor einigen Jahren ab, will nun aber wieder zurück zu Open Source.

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