In seiner Ankündigung zum Kernel 5.7-rc7 konnte Linus Torvalds nicht an sich halten und verkündete eine große Neuigkeit: Sein Hauptrechner verzichte nun auf Intel-Technologie unter der Haube. Stattdessen baut AMDs Threadripper nun die Linux-Kernel.
Die Pre-Release zum Kernel 5.7 verlief offenbar ohne spektakuläre Wendungen, dafür kündigte Linus Torvalds recht stolz eine eher persönliche Neuerung an: “Tatsächlich bestand in dieser Woche die größte Aufregung für mich darin, dass ich meinen Hauptrechner aktualisiert habe. Zum ersten Mal seit 15 Jahren basiert mein Desktop nicht auf Intel. Nein, ich bin nicht auf ARM gewechselt, sondern ich rocke jetzt auf einem AMD Threadripper 3970x.” Der Wechsel wirke sich auch direkt auf Torvalds Arbeit aus, denn seine “allmodconfig”-Testbuilds würden nun drei Mal schneller laufen.
Hassliebe
Torvalds und Intel verbindet eine Hassliebe. Intel hatte sich einerseits recht früh für den Linux-Kernel engagiert. Bereits 1998 erschien ein Artikel in Infoworld, der Intels Einsatz für Red Hat zum Thema machte und zugleich das Duopol von Microsoft und Intel wackeln sah. Tatsächlich gilt der Support für neue Intel-Hardware in der Regel als gut. Andererseits verfluchte Torvalds den Hersteller immer mal wieder für seine technische Entscheidungen. Zuletzt gab es aber besonderen Krach wegen der Hardware-Fehler in Intel-Chips rund um Spectre und Meltdown, welche die Linux-Entwickler ausbaden mussten. Intel machte unter anderem Pläne, die sinnvollen Schutzmechanismen wegen der Performanceverluste lediglich optional einzuschalten, was Torvalds überhaupt nicht gefiel.
AMD holt auf
Zugleich hat AMD in den letzten Jahren Intel in Sachen Performance abgehängt. Bereits 2016 liefen die Ryzen-Desktop-CPUs etwas schneller als Intels Gegenstücke. Der Abstand wuchs in den Folgejahren weiter an. Während Intel auf der Computex 2018 eine Demo für einen experimentellen 28-Kern-Prozessor präsentierte, kündigte AMD für sein 32-Kern-Modell bereits einen konkreten Release-Termin für die Zeit nach der Messe an. Das alles spielte sich zudem noch vor Spectre und Co. ab. Die Schutzmechanismen gegen den Hardware-Fehler verlangsamten dann die Intel-Chips nochmal deutlich. Nun zieht also offenbar auch Linus Torvalds privat Konsequenzen und ist auf AMD gewechselt.






Ich kann Herrn Torvalds Entscheidung sehr gut verstehen. Ich bin aus ähnlichen Gründen vor etwa 3 Monaten auf einen AMD Ryzen 9 3900X mit 128GB RAM gewechselt. Da ich fast nur noch mit virtuellen Maschinen arbeite. Ich habe diese Entscheidung nie bereut. An diese Performance kommt zur Zeit keine Intel CPU ran ….. .