Um sicherheitstechnisch auf dem Laufenden zu bleiben, nutzt Charly unter anderem auch RSS-Feeds. Die wichtigsten davon lässt er sich von Rss2email direkt an sein Postfach schicken, um nichts zu übersehen.
RSS-Feeds sind für mich immer noch ein wesentlicher Teil der täglichen Informationsbetankung. Meine Feeds sortiere ich in Miniflux, einem webbasierten RSS-Aggregator. Über ihn habe ich an dieser Stelle bereits 2014 geschrieben [1], und ich freue mich, dass Miniflux immer noch aktiv weiterentwickelt wird.
Eine sehr kleine Zahl von RSS-Feeds lasse ich mir per E-Mail zuschicken: Es handelt sich um solche, in denen vor akuten Sicherheitsproblemen gewarnt wird. Indem ich sie mir direkt in die Inbox liefern lasse, senke ich die Wahrscheinlichkeit, einen wichtigen Artikel zu übersehen – Miniflux jongliert bei mir zwischen 200 und 250 Feeds, von denen ich die meisten lediglich überfliege.
Das Werkzeug, das ich für den Versand der Feeds per E-Mail benutze, heißt völlig unüberraschend Rss2email. Es findet sich in den Paketquellen so gut wie aller gebräuchlichen Distributionen. Auf meinem Test-Ubuntu beispielsweise installiere ich es mit folgendem Aufruf:
$ sudo apt install rss2email
Bevor ich Rss2email zum ersten Mal benutze, muss ich eine Konfigurationsdatei anlegen, die jedoch sehr übersichtlich ausfällt. Sofern in meinem Home-Verzeichnis noch kein Ordner mit dem Namen ».config/« existiert, muss ich einen solchen anlegen und hineinwechseln:
$ cd $ mkdir .config $ cd .config/
Dort erstelle ich mit dem Editor meiner Wahl die Konfigurationsdatei »rss2email.cfg« mit dem Inhalt aus Listing 1. Darin kommt dem Eintrag »force-from = True« besondere Bedeutung zu. Normalerweise würde Rss2email eine Absenderadresse aus dem RSS-Feed verwenden, sofern es dort eine findet. Das führt auf vielen Mail-Systemen jedoch dazu, dass der Spam-Filter zu Recht grantig wird. Das »force-from = True« bewirkt nun, dass Rss2email immer die in der »from«-Zeile hinterlegte Adresse nutzt. Ob man »html-mail« auf »True« oder »False« setzt, ist Geschmackssache.
Listing 1
rss2email.cfg
[DEFAULT] from = rss@mydomain.com force-from = True html-mail = False to = charly@mydomain.com
Jetzt ist es an der Zeit, einen oder mehrere RSS-Feeds zu benennen, die Rss2email regelmäßig abklappern soll. Die Syntax dazu lautet »r2e add Titel URL«. Für den RSS-Feed des DFN-Cert, der über aktuelle Sicherheitsprobleme informiert, sieht das so aus wie in der ersten Zeile von Listing 2. Ob das Hinzufügen geklappt hat, lässt sich mit »r2e list« überprüfen (Zeile 2). Im Beispiel hat es funktioniert.
Listing 2
RSS-Feed eintragen und prüfen
$ r2e add DFNCert https://adv-archiv.dfn-cert.de/rss/latest $ r2e list 0: [*] DFNCERT (https://adv-archiv.dfn-cert.de/rss/latest -> charly@mydomain.com)
Das Kommando »r2e run« klappert die Feeds ab und verschickt die E-Mails. Ich muss jetzt nur noch einen Cron-Eintrag schreiben, der diesen Befehl in bestimmten Intervallen ausführt, beispielsweise alle 30 Minuten. Dazu gebe ich »crontab -e« ein und ergänze die Crontab um die Zeile aus Listing 3.
Listing 3
Cronjob für Rss2email
*/30 * * * * /usr/bin/r2e run > /dev/null 2>&1
Alsbald trudeln in meinem Postfach die ersten Nachrichten ein (Abbildung 1). Wichtig ist allerdings, dass ich mich bei der Auswahl der Rss2email-Feeds zurückhalte, sonst fluten sie meine Inbox und hätten dann auch direkt in Miniflux bleiben können. (jlu)

Abbildung 1: Mittels Rss2email lässt sich Charly alle Informationen über akute Sicherheitslücken aus den einschlägigen RSS-Feeds direkt in sein Postfach liefern.
Der Autor

Charly Kühnast administriert Unix-Systeme im Rechenzentrum Niederrhein. Zu seinen Aufgaben gehören Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ.
Infos
- RSS-Aggregator Miniflux: Charly Kühnast, “Lese-Ratte”, LM 06/2014, S. 59, https://www.lm-online.de/32334





