Das Schnittprogramm Kdenlive 20.04 verbessert die Performance, die Interoperabilität mit Final Cut 7 XML, Final Cut Pro X XML und Adobe Premiere und einiges mehr.
Kdenlive gehört aktuell zu den Top-Videoschnittprogrammen unter Linux. Das Update auf Version 20.04 bringt noch einmal zahlreiche nützliche Verbesserungen mit. Einige von ihnen sind direkt sichtbar, andere passieren eher unter der Haube.
Zu letzterer gehört das Code Refactoring, mit dem die Kdenlive-Entwickler vor einem Jahr begonnen haben. Das verbessert zusammen mit dem überarbeiteten Preview Scaling die Performance des Programms. Preview Scaling erlaubt es, die Auflösung des Materials in der Vorschau deutlich zu reduzieren. In der vorherigen Version kam es immer mal wieder zu Hängern oder Aussetzern beim Durchschauen des Materials. In diesem Fall lässt sich die Auflösung nun deutlich reduzieren.
Besser sortiert
Wer einen Film schneiden möchte, sichtet in der Regel zuerst das vorhandene Material. Neue Tagging-Mechanismen über Sterne und Farbcodes erlauben es, die Qualität von Szenen zu bewerten und diese im Vorfeld über Farbgebungen einzuordnen. Den Farben lassen sich zum Beispiel bestimmte Begriff zuordnen: Stadtszenen sind dann etwa gelb markiert, die mit dem Hauptdarsteller grün. Anschließend ist eine Suche nach Sternen und eben Farbcodes möglich. Zudem durchforsten die Nutzer die Clips nach Dateitypen oder sortieren sie nach der Einfüge-Reihenfolge.

Dank Tagging lassen sich die Videoclips in Kdenlive einfacher vorsortieren (Quelle: https://kdenlive.org)
Ein Multicam-Bearbeitungsfenster erlaubt es, die Bilder mehrerer Kameras anzeigen zu lassen und jeweils eines davon per Mausklick auszuwählen. Mehrere Clips lassen sich neuerdings markieren und automatisch einem Referenzclip zuordnen. Kdenlive vergleicht dann vermutlich die Wellenmuster der Clips und ordnet diese an der passenden Position über dem Referenzclip an. Daneben haben die Entwickler am Motion Tracking gearbeitet und führen mit CSRT und MOSSE zwei neue Algorithmen ein. Zudem gibt es Änderungen am Zoomregler für Keyframes.
Interoperabilität
Wer von einem proprietären Schnittprogramm auf Kdenlive umsteigen möchte, hat es nun einfacher. Das Schnittprogramm unterstützt OpenTimeline IO von Pixar. Das erlaubt Interoperabilität mit verschiedenen kommerziellen Programmen wie Final Cut 7 XML, Final Cut Pro X XML und Adobe Premiere, weitere nennt die OpenTimeline-IO-Dokumentation.
Generell gibt es dann noch diverse kleine Änderungen am Interface und dessen Benutzbarkeit. So kehren die Effektgruppen in Kdenlive zurück, lassen sich Rotoscoping-Punkte bearbeiten und Clips direkt in die Timeline fallen. Es gibt die neuen Audioprofile FLAC und ALAC sowie die neuen Alpha-Videoprofile VP8, VP9, MOV und GIF. Auch der Audio-Waveform-Filter ist wieder da. Weitere Infos zu neuen Features und den zahlreichen Reparaturen liefert der Blogpost. Herunterladen lässt sich die neue Version unter anderem als AppImage. Für Ubuntu gibt es ein PPA.






