Im Vogelhaus in Charlys Garten arbeitete jahrelang ein RasPi der ersten Generation, der jedoch schließlich marodierenden Wespen zum Opfer fiel. Jetzt ersetzt Charly ihn durch einen RasPi 3 mit NoIR-Cam und Bewegungserkennung.
Fünf Jahre lang arbeitete ein Raspberry Pi der ersten Generation in einem Vogelhaus in meinem Gärtchen, bis ihm im vergangenen Jahr der überraschende Einzug eines Wespenschwarms den Garaus machte. Höchste Zeit für Ersatz, denn es hat sich viel getan.
Zunächst zur Hardware, also dem Vogelhaus. Für meine Zwecke muss es eines mit zwei Kammern sein: eine für die Technik, die andere für die Meisen. Gute Qualität liefern die Tischlereien der Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen. Sie bieten allerlei Hölzernes an [1]. Meine Wahl fiel auf das Hochhaus in Abbildung 1. Es hat zwei übereinander angeordnete Kammern.

Abbildung 1: Komfortable Meisen-Villa: Das doppelstöckige Vogelhaus in Charlys Garten.
Den Live-Stream liefert ein Raspberry Pi der dritten Generation mit der Pi-NoIR-Kamera. Der Name NoIR deutet bereits an, dass es sich um ein Modell handelt, das mit schlechten Lichtverhältnissen umgehen kann, weil ihm der Infrarot-Filter fehlt. Mit einer kleinen Infrarot-Diode, die die Vögel nicht wahrnehmen, hat man so perfekte Sicht auf das Geschehen in der Brutkammer.
Zur Software für Bewegungserkennung gab es bereits in der Ausgabe 10/2019 von Linux-Magazin einen Schwerpunkt. Ich möchte hier aber ein Software-Projekt vorstellen, das alle notwendigen Komponenten integriert und kinderleicht zu installieren ist: das RPi Cam Web Interface [2].
Es benötigt als Unterbau lediglich eine aktuelle Raspbian-Installation. Außerdem muss ich einmal »sudo raspi-config« aufrufen und dort die Kamera-Schnittstelle aktivieren. Danach klone ich die Software mit folgendem Kommando:
$ git clone https://github.com/silvanmelchior/RPi_Cam_Web_Interface
Im neu entstandenen Verzeichnis rufe ich »sudo ./install.sh« auf. Die Sudo-Berechtigung ist hier erforderlich, weil das Installationsprogramm weitere Pakete nachinstallieren muss. Während der Installation kann ich auf mehrere Parameter Einfluss nehmen, aber die Voreinstellungen hat der Programmierer sinnvoll gewählt, sodass sie eigentlich nicht geändert werden müssen. Lediglich bei schwachbrüstiger Hardware, wie etwa einem Pi Zero, sollte man den ressourcenhungrigen Webserver Apache durch den genügsameren Lighttpd ersetzen.
Nach einem Reboot erwartet mich unter der IP-Adresse des Raspberry Pi der fertige Live-Stream (Abbildung 2). Mit einem Knopfdruck (motion detection start) werfe ich die Bewegungserkennung an – und hoffe, dass mir diesmal kein Wespenschwarm in die Quere kommt. (jlu)

Abbildung 2: In der Meisen-Villa finden sich schon die ersten Mieter zur Besichtigung ein.
Infos
- Vogelhäuser: https://www.knastladen.de/Artikelauswahl/Garten-Freizeit/Vogelhaeuser/
- RPi Cam Web Interface: https://github.com/silvanmelchior/RPi_Cam_Web_Interface





