68,7 Milliarden Melodien sind Public Domain

Damit Musiker nicht mehr für ihre Melodien verklagt werden können, haben zwei Musiker Prior Art unter der Creative Commons Zero erzeugt.

Damien Riehl ist nicht nur Copyright-Anwalt, sondern auch Musiker und Programmierer. Zusammen mit dem befreundeten Programmierer und Musiker Noah Rubin hat er einen Plan entwickelt (siehe Video), Copyright-Klagen in der Musikindustrie künftig zu unterbinden. Die beiden Programmierer haben sämtliche existierenden Melodien, laut iRights.info sind das 68,7 Milliarden, unter die Public-Domain-Lizenz Creative Commons Zero gestellt.

Copyrighting all the melodies to avoid accidental infringement | Damien Riehl | TEDxMinneapolis

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Copyright-Klagen in der Musikindustrie sind häufig. So verklagte Tom Petty erfolgreich Sam Smith, weil ihn dessen Lied “Stay with me” zu sehr an seinen eigenen Hit “I won’t back down” erinnerte. Auch wegen viel kürzerer Tonfolgen wurde schon geklagt. Indem die beiden die Melodien per Algorithmus generieren, hebeln sie einerseits das bestehende Copyright-System aus und führen andererseits dessen Probleme vor Augen.

Kreativ rechnen

Konkret generierten die beiden Musiker MIDI-Dateien, die sämtliche Melodie-Kombinationen aus den 8 häufigsten Grundtönen automatisch vom Computer erzeugen lassen. Dieser schaffte 300 000 Melodien pro Sekunde und war sechs Tage beschäftigt. Die so erzeugten knapp 69 Milliarden Melodien sind auf Allthemusic.info verfügbar, aber auch auf Github.

Das allein reicht natürlich nicht: Im nächsten Schritt müssen nun Gerichte diesen Ansatz bestätigen. Das amerikanische Copyright-Recht betrachtet Zahlen als Fakten, die entweder ein sehr schwaches Copyright oder gar kein Copyright besitzen. Daher kann es passieren, dass Richter der MIDI-Sammlung keine Copyright-Fähigkeit zugestehen. Tun sie es aber doch, stehen alle künftig erzeugten Melodien, auf die bislang kein Musiker Anspruch erhebt, unter der Creative Commons Zero.

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