Aus Linux-Magazin 03/2020

Das bessere Top: Der Systemmonitor Nmon

© Computec Media GmbH

Geht es um einen raschen Überblick über die Systemauslastung, ist Top meist am schnellsten zur Hand. Doch die bessere Alternative heißt Nmon.

Das von Nigel Griffiths ursprünglich für AIX entwickelte Nmon [1] findet sich heute in den Repositories aller gängigen Distributionen. Es benötigt weder einen speziell instrumentierten Kernel, noch muss man es als privilegierter User aufrufen. Dennoch liefert es übersichtliche Statistiken, die weit über das hinausgehen, was Top zu bieten hat. Nach dem Start zeigt Nmon einen Eröffnungsbildschirm, aus dem sich eine Art Dashboard entwickelt, sobald der Benutzer mit einfachen Tastenkombinationen Informationen für bestimmte Bereiche aufruft. Welcher Tastendruck welche Information auf den Screen zaubert, verrät [H]: Dieser Shortcut führt auf eine Hilfeseite, die nach nochmaligem Betätigen der Taste wieder verschwindet.

Das hat System: So blendet [C]+ etwa CPU-Informationen ein. Dazu gehören die Auslastung jedes einzelnen Kerns, getrennt nach Zeit im Userspace und Kernel, sowie I/O-Wait- und Idle-Zeit plus Lastdurchschnitt. Bei erneuter Eingabe von [C] verschwinden diese Angaben wieder. Wählt man nacheinander mehrere Tasten für verschiedene Sektionen aus dem Informationsangebot, hängt Nmon den Block mit den zugehörigen Ausgaben jeweils unten an. Das funktioniert so lange, bis sich der endlichen Fenstergröße wegen Ausgaben gegenseitig verdecken. Dagegen hilft nur das Ausblenden nicht mehr benötigter Infos.

Zur Verfügung stehen beispielsweise Statistiken zum Disk-I/O ([D]+; Lesen/Schreiben und Auslastung nach Geräten), zum Netzwerk ([N]+; ein- und ausgehende Pakete sowie Durchsatz pro Interface), zum Kernel ([K]+; unter anderem Context-Switches, Interrupts, Prozessorauslastung) sowie zum Arbeitsspeicher ([M]+; freies und belegtes RAM sowie Swapspace). Auch eine klassische Prozesslistenansicht wie bei Top lässt sich aufrufen ([T]+). Daneben kann der Nutzer Statistiken zum Virtual Memory ([V]+) oder zu NFS (sofern verwendet) abrufen; hinzu kommen statische Informationen zum Betriebssystem ([R]+; Release, Kernel-Version, CPU-Info) sowie zum Füllstand der Dateisysteme ([J]).

Damit deckt Nmon nicht nur ein viel breiteres Spektrum ab als Top, sondern visualisiert darüber hinaus auf Wunsch einige Werte in Form kleiner ASCII-Charts. Zusätzlich kann es Daten für einen längeren Beobachtungszeitraum exportieren. Das ermöglicht es dem Admin, sie anschließend mit Auswerteprogramnmen wie dem Nmon-Analyzer, Nmon2rrd oder Nmon2web zu bearbeiten.

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