Facebooks laufen die Partner für die geplante Kryptowährung Libra davon. Die Libra Association schiebt das auf den starken Druck, aber auch auf mangelndes Engagement.
Nachdem sich zuerst Paypal aus dem Libra-Projekt zurückzog, folgten nun Mastercard, Visa, Ebay und Stripe. Möglicherweise befürchten die Anbieter aus dem klassischen Finanzumfeld eine aussichtslose Schlammschlacht um Regulierungen und den Einfluss von Facebook auf die Kryptowährung.
Facebooks Ruf ist ohnehin schon länger nicht mehr der allerbeste: Politiker aller Couleur kritisieren Wahlmanipulationen in dem sozialen Netzwerk, diverse Sicherheits- und Privatsphärenskandale sind nicht spurlos an dem Unternehmen vorüber gegangen.
Nicht nur die EU äußerte sich vor Kurzem kritisch über die Zukunft einer von Facebook initialisierten Kryptowährung. Die G7 veröffentlichte laut der BBC ein Paper, das vor den Risiken von Kryptowährungen für das globale Finanzsystem warnt und neun davon aufzählt. Selbst wenn die Libra-Unterstützer diese neun Punkte entkräften könnten, werde das Projekt unter Umständen keine Zustimmung der Regulatoren erhalten.
Libra gibt sich trotzig
Facebooks Libra-Chef David Marcus schiebt den Rückzug der wichtigen Partner auf den enormen Druck, der auf dem Projekt laste. Man sei sich aber sicher, an einer großen Sache dran zu sein, wenn so viel Druck entstehe. Er respektiere die Entscheidung, erstmal die regulatorischen Entwicklungen abzuwarten.
Letzte Woche, nach dem Weggang von Paypal, hatte die Libra Association laut dem erwähnten BBC-Bericht noch dünnhäutiger reagiert. Engagement, hieß es, sei ihr das wichtigste. “Es ist besser für uns, bereits jetzt über einen Mangel an Engagement Bescheid zu wissen.”




