Einfach gemacht: Distribution KISS erreicht Version 1.0

Je einfacher, desto besser – unter diesem Motto arbeiten zwei Entwickler an einer Distribution mit dem Namen KISS, die nun in Version 1.0 vorliegt.

Der Namen des Projekts leitet sich von “Keep it simple, stupid” ab, einer Philosophie, die stark mit den Konzepten von Linux und Unix im allgemeinen verknüpft ist. Getreu diesem Prinzip bevorzugen Entwickler nach Möglichkeit immer des einfacheren Ansatz, um ein Problem zu lösen.

Dies spiegelt sich in den Konzepten der Distribution wieder: Die meisten Bausteine bestehen aus Shell-Skripten, die Pakete haben einen einfach und leicht nachvollziehbaren Aufbau, der auf Textdateien basiert. Das ganze System ist von Grund auf neu geschrieben. Wer sich also mit bestehenden Distributionen, wie Debian, Arch oder Manjaro auskennt, der fängt hier nochmal ganz von vorne an.

Das hat aber seinen Charme, denn auf diese Weise ist es leicht, etwas über das System zu lernen. Arch Linux, das in der kommenden Ausgabe 10/2019 von LinuxUser im Schwerpunkt Thema ist, verfolgt einen ähnlich minimalistischen Ansatz.

Der übersichtliche Aufbau des Systems ermöglicht unter anderem ein sehr kleines Team: Nur zwei Entwickler, Dylan Araps und Muhammad Herdiansyah, sind derzeit als Hauptentwickler aktiv. Araps ist der Gründer des Projekts und für einige der essentiellen Tools verantwortlich.

Wie nicht anders zu erwarten ist, verlangt die Installation des Systems eine Menge Handarbeit. Das beginnt bei der Partitionierung der Festplatten, für die es kein eigenes Werkzeug gibt. Eine Chroot-Umgebung ermöglicht dann das Aufspielen der Software. Wer sich also an das Unterfangen heranwagt, sollte schon über grundlegende Kenntnisse verfügen und mit Programmen für die Kommandozeile vertraut sein.

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