HA-Proxy 2.0 läuft besser in der Cloud

In der neuen LTS-Version 2.0 liefern die Entwickler HA-Proxy unter anderem mit einem Kubernetes Ingress Controller und einem Data-Plane-API aus. Letzteres bringt die Möglichkeit, HA-Proxy über ein REST API zu konfigurieren und zu verwalten.

Seit der Veröffentlichung der LTS-Version 1.8 Ende 2017 hat sich einiges getan. Dank verbessertem Multithreading- und Logging-Support lässt sich HA-Proxy nun besser in Cloud-Native-Umgebungen einsetzen. Die Software setzt so viele Worker Threads ein, wie sie CPU-Kerne auf der Maschine vorfindet. Fehlen solche Infos, beschränkt sich HA-Proxy auf einen Thread. Zugleich lässt sich das Logging nun über “stdout”, “stderr” oder einen File-Deskriptor ausleiten.

Laut der Ankündigung verwenden die Macher des Load Balancers HTX (Native HTTP Representation) bereits seit HA-Proxy 1.9. Das Feature wurde nun weiter ausgebaut und legt unter anderem die Grundlage für Zero Roundtrip Time Resumption (0-RTT) und TCP Fast Open sowie Support für das RPC-Framework gRPC und Ende-zu-Ende-Support für HTTP/2 (mit und ohne TLS) in HA-Proxy. Auch künftige HTTP-Protokolle lassen sich dank HTX einfacher integrieren. Daneben unterstützt HA-Proxy 2.0 Prometheus-Metriken, Traffic Shadowing. Die Erweiterbarkeit um andere Programmiersprachen ist ebenso integriert wie ein serverseitiger Socks4-Layer.

Sidecars

Dank des anfangs erwähnten Data Plane APIs ergänzen und entfernen Admins nun dynamisch Frontends, Backends und Server. Sie erzeugen ACL-Regeln, integrieren Routing-Anweisungen für HTTP, setzen IP- und Port-Bindings und so weiter. Der API-Daemon läuft dabei als Sidecar-Prozess und lässt sich über die neue “program”-Direktive im Prozessmanager auch atomar verwalten. Das trifft auch auf die Stream Processing Offload Agents (SPOAs) zu, die ebenfalls als Sidecars laufen können. Ein Beispiel dafür wäre der Traffic Shadow Daemon. Er kümmert sich um das oben erwähnte Traffic Shadowing. Dank diesem leitet HA-Proxy bestimmte Anfragen in eine weitere HA-Proxy-Umgebung weiter (etwa für Tests). Der Daemon verwendet dabei einen Stream Processing Offload Agent (SPOA) und läuft als Sidecar.

Kubernetes-Controller

Der Kubernetes Ingress Controller kümmert sich um die eingehenden Datenmengen für Kubernetes-basierte Anwendungen. Er bringt Support für TLS Offloading, Layer-7-Routing, Bandbreitenkontrolle und Whitelisting mit. Konfigurieren lassen sich die Controller über ConfigMap oder Annotations. Auch die Möglichkeit, Secrets zu definieren, um die TLS-Zertifikate zu verwalten, gibt es. Das aber sind nur einige Highlights von HA-Proxy 2.0. Der Blogpost stellt weitere im Detail vor. Herunterladen lässt sich die kostenlose Community-Variante der Software über die Webseite.

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