Emacs 26.2 unterstützt Unicode 11.0 und Mailmove

Emacs 26.2 ist draußen. Der feature-reiche Editor bringt nicht nur Bugfixes, sondern auch ein paar Neuerungen mit.

Einige der Neuerungen steckten bereits in der Vorgängerversion 26.1, die Entwickler hatten nur vergessen, sie zu erwähnen. So komprimiert Emacs im Dired-Modus sämtliche Dateien, wenn der Benutzer das “Z”-Kommando auf einem Verzeichnisnamen ausführt. Dabei erzeugt es ein Tar.gz-Archiv mit allen Dateien im Verzeichnis und in seinen Unterverzeichnissen. Die Änderungen gibt es teilweise schon seit Emacs 26.1. Zudem haben die Entwickler die Pufferoption “scroll-conservatively” im Shell-Modus auf “101” gesetzt, um besser die Scroll-Eigenschaften eines Text-Terminals nachzuahmen. Wer das nicht mag, setzt den Wert “101” auf “0”. Auch diese Änderung steckte schon in der Vorgängerversion.

Farbige Fonts, Movemail

Neu ist unter anderem, dass sich Module nun außerhalb des Entwicklungszweiges von Emacs bauen lassen. Zudem unterstützt der freie Editor des GNU-Projekts nun den Unicode-Standard 11.0. Eine neue Variable namens “xft-ignore-color-fonts” verhindert, dass Emacs farbige Fonts lädt, wenn der Editor die Xft-Bibliothek für Font Antialiasing verwendet. Der Grund: Farbige Fonts bringen Emacs häufiger zum Absturz.

Ist es zur Laufzeit vorhanden, nutzt Emacs nun zudem Mailutils Movemail, einen kommandozeilen-basierten E-Mail-Client. Der kann zum Beispiel per Pop3 E-Mails abholen und in einen bestimmten Ordner verschieben oder über SMTP Mails verschicken.

Build und Installation

Auch kleinere Änderungen am Build- und Installationsprozess warten auf die Nutzer. Wollen sie den Editor bauen, braucht der nun standardmäßig Libgnutls als Abhängigkeit. Wer die nicht erfüllen kann, gibt “configure –with-gnutls=no” an. Zugleich ändert sich die benötigte GNU-TLS-Version auf 2.12.2. In Developer Builds ist die Option “configure –enable-gcc-warnings=warn-only” nun standardmäßig gesetzt. Bei Problemen warnt GCC also, baut aber weiter.

Der Emacs-Server erlaubt zudem Socket-based Activation. Systemd kann so den Server zum Beispiel auf Basis eines Socket-Connection-Events starten. Auch ein User-Unit-File für Systemd gibt es. Der entsprechende Befehl lautet “systemctl –user enable emacs”. Schließlich erhöht die Konfigurationsoption “–disable-build-details” die Chance darauf, dass sich Emacs reproduzierbar bauen lässt. Neben dem erwähnten Movemail unterstützt Emacs, wenn die “lcms2”-Bibliothek installiert ist, auch Little CMS. Alle weiteren Neuerungen verraten die ausführlichen Release Notes.

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