Linux 5.0-rc1 ohne ISDN, mit Adiantum

Seit einiger Zeit gibt es Zoff zwischen Linus Torvalds und dem Entwickler von Bcachefs, Kent Overstreet.

Linus Torvalds veröffentlichte mit Linux 5.0-rc1 die erste Testversion des neuen Kernel. Die runde Versionsnummer signalisiert aber keine revolutionären neuen Features.

Torvalds gingen laut der Ankündigung einfach die Finger und Zehen zum Zählen aus. Die neue Version bringe nichts besonders Auffälliges. Torvalds erwähnte lediglich, dass ein paar sehr alte Treiber rausfliegen, darunter der für ISDN.

Dennoch gibt es auch einige Neuigkeiten. Torvalds selbst hat nach etlichen Jahren den Code für die Funktion “mincore()” verändert. Das fragt nur noch gemappte und nicht mehr gecachte Speicherseiten ab. Die Entwickler haben an der Performance für den von Spectre V2 getriebenen Retpoline-Code geschraubt, um den Netzwerk-Stack weiter zu beschleunigen. Auch der DMA-Code für direkte Speicherzugriffe wurde optimiert.

Adiantum integriert

Linus hat nun den Speck-Nachfolger Adiantum für den Kryptozweig im Kernel integriert. Es gibt einen lang ersehnten Swapfile-Support für Btr-FS und Verbesserungen am Performance-Tool Perf. Mit I3C (auch Mipi I3C oder Sensewire) erhält ein neues Bus-Subsystem für Sensoren Einzug in Linux 5.0.

Für die asymmetrische ARM-Prozessor-Architektur Big.Little, bei der CPU-Kerne mit unterschiedlichem Energieverbrauch zum Einsatz kommen, ist ein neuer Scheduler auf dem Weg. Der soll die Verteilung von Aufgaben an die verschiedenen Kerne besser koordinieren.

Geforce-GTX- und AMD-Freesync-Support

Im Merge-Window über Weihnachten und Neujahr landete zudem ein rudimentärer Support für aktuelle Gforce-RTX-Grafikkarten im Kernel und es gibt zugleich Updates für Nouveau. Im freien AMDGPU-Treiber gibt es nun ersten Support für AMDs Freesync. Das wurde von der Vesa als Adaptive Sync in die Displayport-Spezifikation beziehungsweise als Variable Refresh Rate in die HDMI-Spezifikation übernommen.

Für den von der Raspberry Pi Foundation angebotenen 7-Zoll-Touchscreen gibt es nun einen Treiber in Linux 5.0. Dieser kann die Firmware des Displays auslesen und stellt dessen Funktionen wie die Zehn-Finger-Eingabe dem Userspace zur Verfügung. Diese und weitere Änderungen lassen sich in der Vorabversion von Linux 5.0 begutachten, der Quellcode steht auf kernel.org. Dort wird in einigen Wochen auch der fertige Kernel 5.0 erscheinen.

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