Ein Buch ersetzt das fehlende Manual für die Geräte von Amazons Echo-Serie, das zweite ist eher ein R-Appetithappen als ein Handbuch-Ersatz.
Wer ein Gerät aus Amazons Echo-Reihe kauft, erhält dazu als Anleitung für den Schnelleinstieg ein Faltblatt. Ein richtiges Handbuch gibt es nicht. Das eröffnet eine Lücke für entsprechende Buchprojekte, die ausführliche Gebrauchsanleitungen und Anwenderberatung bieten. Ein solcher Titel ist “Amazon Echo & Alexa” aus dem Rheinwerk-Verlag.
Der Titel konzentriert sich vor allem auf die Anbindung von Echo-Geräten aller Art in ein Smart-Home-Szenario. Der Autor bespricht das Telefonieren und den Versand von Sprachnachrichten oder auch das Abspielen von Musik und Filmen, Radio und Fernsehen. Zudem zeigt er ausführlich die Steuerung der häuslichen Beleuchtung mit Alexa-Kommandos. Auch die Regelung des Raumklimas ist ein Thema.
Hinzu kommt eine allgemeine Einführung in die Welt von Alexa und Erweiterungsmöglichkeiten über so genannte Skills, also Zusatzsoftware von Drittherstellern, die das System um bestimmte Fähigkeiten ergänzen. Die Konfiguration der Geräte ist ein Thema bis hin zu Befehlsroutinen, die komplexe Aktionen auslösen. Schließlich versucht sich der Autor auch noch an einem Ausblick in die Zukunft der Home-Assistenten.
Das Buch ist durchweg gut verständlich und reich illustriert. Dennoch kann man über ein paar Kritikpunkte nicht hinwegsehen. So überschreitet der Autor im Stil eines Influenzers häufig die Schwelle zur Werbung, indem er dem Leser ganz bestimmte Produkte ans Herz legt, mit denen er selber gute Erfahrungen gemacht haben will.
An weiteren Stellen oktroyiert er dem Leser seine eher naiven Ansichten zum Datenschutz auf, der in diesem Kontext naturgemäß eine große Rolle spielt. So sehe er für sich “persönlich keinerlei Bedenken, die digitale Sprachassistenten im Vergleich zu anderen alltäglichen Dingen kritisch erscheinen lassen”.
Selbst wenn man nicht auf die Gefahr abstellt, durch den Assistenten rund um die Uhr belauscht zu werden, bleibt die offensichtlich kritische Tatsache, dass er viele Informationen zu einem umfassenden Persönlichkeitsprofil beizutragen vermag, indem er erteilte Befehle auswertet, aggregiert und kombiniert.
Wer das Buch mit der gebotenen kritischen Distanz liest, erhält aber immerhin zahlreiche praktische, nützliche Hinweise zum Umgang mit Amazons Assistenten.
R für Fortgeschrittene
In seinem Buch “R in Projekten anwenden” demonstriert der Autor Joseph Schmuller einige fortgeschrittene Arbeitstechniken mit der Sprache R. Die Materie ist aber so komplex und umfangreich, dass sie kaum auf 300 Seiten abzuhandeln ist. Wie der Autor selber schreibt: “Jeder der behandelten Themenbereiche könnte der Ausgangspunkt für ein eigenes Buch sein …”
Das fügt sich übrigens in ein durchgehendes Muster – so erwähnt er an anderer Stelle eine Funktion, deren Möglichkeiten so vielfältig seien, “dass ich ein ganzes Kapitel dazu schreiben könnte”. Tatsächlich folgen drei Sätze. Auch Bemerkungen wie “Es würde den Rahmen dieses Buches sprengen, wenn …” finden sich mehrfach. Ein scheinbarer Ausweg aus dem Dilemma: Er verweist mehrfach in Hinweisen, die er selbstironisch “Werbeeinblendungen” nennt, auf ein weiteres Buch aus demselben Verlag. Das hilft dem Leser der vorliegenden Ausgabe allerdings nur bedingt.
Nach einer rudimentären Einführung in R geht es mit der grafischen Aufbereitung von Daten los. Themen sind das in R per Default vorhandene Grafikpaket und das mächtigere »ggplot2«. Es folgt je ein Beispiel für eine einfache Webapplikation in R und für interaktive Dashboards.
Im folgenden Buchteil geht es um maschinelles Lernen. Wieder bietet der Autor nur einen Appetizer: Beispiele für einzelne Techniken – ohne Diskussion, wofür sich was besonders gut eignet, ohne eine Erläuterung der mathematischen Hintergründe, ohne einen Überblick über alternative Verfahren. Die Beispiele sind durchaus vielfältig, nachvollziehbar und inspirierend, aber es fehlt ihnen die Einordnung und Vertiefung.
Alles in allem bietet das Buch einen gefälligen Überblick, der als Ausgangspunkt für die weitergehende Beschäftigung mit R durchaus taugt. Ein reales R-Projekt wird aber Wissen erfordern, das deutlich über die anregende Kurzvorstellung der einzelnen Techniken hinausgeht, die das Buch bietet.







