Aus Linux-Magazin 04/2018

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Colorls

Das erste Mal im Leben auf einer schwarz-weißen Linux- oder Unix-Shell angekommen, haben wohl die meisten von uns zuerst “ls” getippt. In einer Mischung aus Nostalgie und dem Wissen, dass das Leben bunt ist, spielt Kolumnist Charly Kühnast mit Colorls eine farbige Trumpfkarte aus.

Colorls [1] ist in Ruby geschrieben. Wer die Sprache noch nicht auf seinem System hat, installiert sie schnell nach:

sudo apt install ruby ruby-dev ruby-colorize

Danach lade ich einen Zeichensatz von Nerdfonts.com [2] herunter, der mir zusagt – Roboto Mono Nerd Font Regular zum Beispiel. Nach dem Entpacken der Zip-Datei schiebe ich den Zeichensatz in das Verzeichnis »/usr/share/fonts/truetype/roboto/« meines Desktop-Ubuntu, Nutzer anderer Distributionen müssen diesen Pfad eventuell anpassen.

Warum ich überhaupt diesen Font besorge, wo doch ein paar Dutzend andere vorinstalliert sind? Weil die Zeichensätze von Nerdfonts.com umfangreicher sind, also mehr Symbole, Sonderzeichen, Glyphen und Emojis enthalten als gewöhnliche (Abbildung 1). In den Voreinstellungen meines Terminals wähle ich jetzt den neuen Font aus. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen und ich installiere Colorls mit:

sudo gem install colorls

Die Entwickler wissen, dass niemand 50-mal am Tag »colorls« tippt. Sie empfehlen daher, in der »~/.bashrc« den Alias »lc« anzulegen:

alias lc='colorls'

Wer einen hellen Terminalhintergrund benutzt, sollte stets »–light« mit angeben oder – besser – durch Anhängen an den ».bashrc«-Alias dauerhaft machen. Die Ausgabe ähnelt dann der in Abbildung 2 – man beachte neben den frohen Farben die putzigen Icons. Lichtscheue Gesellen wählen mit »–dark« die auf dunkle Terminals optimierte Variante.

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Abbildung 1: Auf den Cheat Sheets [3] bei Nerdfonts.com können sich Interessenten die erweiterten Zeichensätze anschauen.

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Abbildung 2: »lc –light« lackiert Files und Directories farbig auf heller Grundierung.

Kein blindes Vertrauen in die Farbe

Apropos Schattenseite: Colorls ist eine Neuimplementierung von Ls, die bei Weitem nicht alle Optionen identisch und andere überhaupt nicht umsetzt. Meine Dauerbrenner »-l« und »–sort=size« funktionieren zum Glück. Mit »-f« (Files) zeigt mir Colorls nur Dateien an, »-d« (Directories) nur Verzeichnisse. Will ich beides sehen, habe ich die Wahl zwischen »–sd« (Verzeichnisse zuerst und (Achtung: zwei Bindestriche!) » –sf« (Dateien zuerst).

Wer gern ein buntifiziertes Ls möchten, aber angesichts fehlender Parameter mit Colorls hadert, sollte ein Rendezvous mit Exa [4] arrangieren. Exa bietet keine schicken Icons, aber nahezu alle Ls-Parameter und legt noch einige drauf. Gerade bei den Defaults macht Exa Punkte: So ist der Parameter »-h« (Human readable), der Dateigrößen in menschenlesbaren Einheiten statt in Bytes ausgibt, implizit.

Der Autor

Charly Kühnast administriert Unix-Systeme im Rechenzentrum Niederrhein. Zu seinen Aufgaben gehören Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ.

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