Auch wenn überall Linux drinsteckt – die wenigsten Teilnehmer im sich extrem schnell wandelnden Home-Automation-Markt sind auf Linux-kundige Systemoptimierer eingestellt. Zum Glück gibt es freie Software, um mit einer eigenen Steuerzentrale viel mehr zu erreichen als sich die Hersteller denken.
Je mehr Geräte wir besitzen, desto mehr Aufmerksamkeit sollen wir ihnen widmen: Smartphones pushen, Kopierer haben abgrundtiefe Menüs, Kaffeevollautomaten verlangen nach Spezialflüssigkeiten, CPUs nach Microcode, … Beim Gerätepark, den der Magazin-Schwerpunkt zum Thema hat, verhält sich zum Glück gegenteilig: Er befreit unseren Alltag von Routineaufgaben. Wer ein smartes Haus oder Büro betritt, braucht keinen Lichtschalter zu betätigen, keinen Heizkörper nachzuregeln, und muss weder als Solaranlagen- noch als Rolladenbesitzer das Wetter beobachten.
Das alles steuert und regelt sich wie von Geisterhand allein (oder Datenschutz-strittig per Alexa, Siri oder Google Assistant). Das Großartigste daran ist, dass man Informationen, die scheinbar wenig miteinander zu tun haben, als Nebenbedingungen heranziehen und so den Räumen eine erstaunliche Intelligenz einpflanzen kann. Der gleich folgende Ratgeberartikel umreißt das Ganze und hilft bei der System-Vorauswahl.
Generell ist es gut, eigene Anforderungen und die Angebotspaletten der Hersteller zu vergleichen. Die einen kommen aus der Heizungs- und Rolladen-, andere aus der LED-Welt und wieder andere aus der Gebäudetechnik.
Des Weiteren zertifizieren Firmen die Geräte ihrer Kooperationspartner, weswegen Philips’ Lampenladen Hue und Boschs smarte Thermostate sofort zueinanderfinden. Dauernd entstehen neue Allianzen, und manches Firmware-Update beschert dem überraschten Besitzer neue Möglichkeiten. Zum Glück gibt es Spezialportale im Internet, um auf dem Laufenden zu bleiben: [1] und [2] beispielsweise.
Auch die aufgerufenen Preise spielen bei der künftigen Marktentwicklung natürlich eine Rolle. So wird wohl Ikea, technisch eher ein später Me-too-Marktteilnehmer, sicher noch einiges reißen.
Linux heißt nicht: Loslegen!
In sehr vielen Kästchen arbeitet Linux (Open WRT, [3]). Wie häufig bei Embedded sträuben sich die Hersteller jedoch gegen Verbesserungen gewandter Bastler. Als einziger dem Linux-Magazin bekannter Hersteller veröffentlicht EQ-3 genug Informationen, um die (etwas rechenschwache) Steuerzentrale CCU2 seines Homematic IP durch Anwenderprojekte zu ersetzen. Prompt gibt es eine passende Raspi-Distribution [4], auch Docker-Container für NAS-Systeme soll es geben.
Andere Systeme nach gusto zu erweitern gelingt nur mit einer extra Steuerzentrale (siehe Artikel über IO-Broker). Den Hub des ursprünglichen Anbieters kann der Smart-Homer regelhaft nicht außer Betrieb nehmen. Oft braucht er ihn für die letzte Protokollschicht beim Steuern der Aktoren und Sensoren, praktisch immer fürs Firmware-Update der Einzelgeräte.
Infos
- Magazin I-Haus: https://magazin.ihaus.de
- Caschys Blog: https://stadt-bremerhaven.de
- Philips Hue Bridge v2 hacked: https://forum.openwrt.org/viewtopic.php?id=66346
- Raspberrymatic mit Philips-Hue-Integration: https://technikkram.net/2018/01/raspberrymatic-neue-firmware-version-2-31-25-20180120-verfuegbar-mit-philips-hue-integration





