Mit der Web-Anwendung Nextcloud lässt sich schnell eine private eigene Cloud aufsetzen. Die neue Version 13 bietet unter anderem einen Video- und Text-Chat, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, eine bessere Performance und eine optimierte Benutzeroberfläche.
Nach neun Monaten Entwicklungszeit haben die Nextcloud-Entwickler die Version 13 ihrer Software freigegeben. Diese soll sich aufgrund der an vielen Stellen leicht überarbeiteten Benutzeroberfläche einfacher bedienen lassen. Unter anderem haben die Entwickler die Art und Weise verändert, wie man Dateien auswählt. Darüber hinaus lassen sich Dateien einfacher verschieben und kopieren. Die Benutzeroberfläche kommt zudem besser mit hochauflösenden Monitoren (Hi-DPI-Bildschirme) zurecht. Die Seitenleiste zeigt jetzt an, wie viel Speicher von der verfügbaren Quota bereits verbraucht ist. In Kommentaren bietet Nextcloud 13 eine Autovervollständigung für Benutzernamen, wobei die dabei ausgewählte Person automatisch eine Benachrichtigung erhält.
Geschwindigkeitsplus
Nextcloud 13 reagiert deutlich agiler als die Vorversion, die einzelnen Seiten sollen bis zu 50% Prozent schneller auf dem Bildschirm erscheinen. Der Zugriff auf LDAP-Verzeichnisse läuft sogar bis zu 80% flotter ab. LDAP-Server lassen sich zudem über eine Plugin-Architektur verwalten. Die verbesserte Volltextsuche auf Basis von Elasticsearch soll den Nextcloud-Server ebenfalls weniger belasten.
Sicherheit
Nextcloud 13 unterstützt jetzt Multi-Key Zweifaktorauthentifizierung und erlaubt auf Wunsch die Anmeldung nur noch von Rechnern aus ausgewählten IP-Adressbereichen. Zudem gibt es ein neues Token-basiertes Login für Clients und verbesserte Update-Benachrichtigungen.
Mit der neuen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung chiffrieren Anwender bei Bedarf einzelne Verzeichnisse. Die Funktion steht allerdings nur in den hauseigenen Desktop-Clients sowie der Android- und iOS-App zur Verfügung. Die Passwörter müssen sich die User dabei weder merken, noch explizit austauschen. Administratoren können zudem im Zusammenspiel mit der eingebauten File Access Control die Verschlüsselung erzwingen. Die Entwickler weisen allerdings darauf hin, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung derzeit noch als sogenannte „Tech Preview“ vorliegt und somit noch nicht für den produktiven Einsatz gedacht ist. In den nächsten Monaten wollen die Entwickler die Implementierung verbessern und noch einige geplante Features hinzufügen.
Apps
Neu ist Nextcloud Talk, mit dem sich Video- und Text-Chats führen lassen. Die Kommunikation ist mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert. Nextcloud Talk unterstützt unter anderem Push-Benachrichtigungen und Screen Sharing. Darüber hinaus können die Teilnehmer über Nextcloud Talk Kalendereinladungen und Erinnerungen erhalten.
Die Kalender-App arbeitet besser mit anderen Kalender-Programmen wie Thunderbird Lightning zusammen. Zudem erscheinen im Kalender Einladungen zu Meetings.
Die App Circles zur Gruppenfreigabe integriert Aktivitäten, so dass die Anwender genau nachverfolgen können, was mit ihren Daten passiert ist. Via „Mass Invite“ lässt sich auf einen Schlag eine größere Anzahl Benutzer einladen. Weitere User lassen sich über die E-Mail-Adresse oder den Kontakt hinzufügen.
Die neue App „Files-from-Mail“ ermöglicht die Konfiguration eines speziellen E-Mail-Postfachs für den Dateiaustausch. Die dorthin per E-Mail geschickten Dateien landen automatisch in einer intelligenten Unterverzeichnisstruktur in der Nextcloud.
Sämtliche Neuerungen listet die offizielle Ankündigung auf



