Aus Linux-Magazin 11/2017

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Inxi

Abbildung 1: "Umfangreich" charakterisiert am besten, was Inxi hier in seinen Systemüberblick packt.

Der Name des Tools, das Sysadmin-Kolumnist Charly Kühnast diesmal empfiehlt, klingt zwar nach Teletubbies, ist funktional aber von Stumpfsinn weit entfernt: Inxi informiert nämlich detailliert und exakt steuerbar über Hardware und Systemauslastung des Wirtsrechners.

Jeder Admin weiß, wie er Informationen über das System bekommt, auf dem er sich bewegt. Wie viele Kerne hat die CPU? »cat /proc/cpuinfo«! Ist »eth3« ein Gigabit-Interface? »ip l sh«! Statt vieler Tools, tut es auch eines: Inxi [1].

Angenommen ich möchte mir auf einer fremden Maschine einen Überblick verschaffen. Dann rufe ich Inxi ohne Parameter auf und erhalte Basisinformationen über die Hardware (CPU, Takt, RAM- und Plattengröße) und das System (Kernel, Shellprozesse). Will ich ein paar Details sehen, liefert mir der Parameter »-F« welche zu Video- und Audio-Hardware, Partitionierung, Raid, Temperaturen und Lüfterdrehzahl (Abbildung 1).

Interessiert mich nur eine bestimmte Komponente, darf ich dieser mit eigenen Parametern wie »-C«, »-A« und »-G« genau auf den Zahn fühlen. Sie stehen in dieser Reihenfolge für Informationen zu CPU, Audio und Grafik. Informationen über das RAM kommen nach einem gewöhnungsbedürftigen »-m« (klein!).

Abbildung 1: "Umfangreich" charakterisiert am besten, was Inxi hier in seinen Systemüberblick packt.

Abbildung 1: “Umfangreich” charakterisiert am besten, was Inxi hier in seinen Systemüberblick packt.

Riegel-recht informiert

Mit Rootrechten ausgeführt, verrät mir Inxi mehr zum Speicher: In meiner Testmaschine stecken offenbar vier DDR-Module zu je 2 GByte, mit 1600 MHz getaktet – ja, die Kiste ist schon älter (Abbildung 2). Der in den Bildern auftauchende Parameter »-c4« ist für das Farbschema zuständig. Das Default-Schema ist in Terminals mit hellem Hintergrund nicht gut lesbar. Bei der Fülle per »-c1« bis »-c32« wählbarer Sets sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Selbst ein einfaches Prozessmonitoring kann ich Inxi entlocken. Will ich wissen, welche fünf (der Standardwert) Prozesse gerade das meiste RAM okkupiert haben – »inxi -t m« weiß es. Möchte ich die Top Ten sehen, gebe ich »-t m10« an. Höre ich dagegen den CPU-Lüfter brummen, tausche ich das »m« gegen »c« aus und kriege die Prozessorauslastung präsentiert. Man kann beide auch kombinieren, denn »inxi -t cm10« liefert die Top Ten der RAM- und CPU-Fresser.

Am Schluss der informativen Nachrichtensendung zum Thema Rechner folgt das Wetter: Mit »inxi -w Berlin,Germany« erfahre ich wie’s außerhalb des Serverraums ausschaut.

Abbildung 2: Wer Inxi Rootrechte einräumt, bekommt eine genaue Speicherbank-Auskunft.

Abbildung 2: Wer Inxi Rootrechte einräumt, bekommt eine genaue Speicherbank-Auskunft.

Der Autor

Charly Kühnast administriert Unix-Systeme im Rechenzentrum Niederrhein. Zu seinen Aufgaben gehören Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ.

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