Aus Linux-Magazin 10/2017

Best Practices – Folge 10: Der nächste Schritt in der IT-Dokumentation

© Nuttapol Yupothong, 123RF

Diesmal geht es um eine pragmatische Netzwerkdokumentation, die einerseits nicht bis ins letzte Detail geht, die jedoch andererseits genügt, um alle nötigen Informationen zu liefern.

In der Hauptsache geht es bei der Netzwerkdokumentation um die IP-Subnetze, die der Admin einst ausführlich geplant und mit großer Mühe eingerichtet hat. Aber die Informationen darüber fristen seitdem ihr Dasein in veralteten Visio-Dateien. Die Grafiken stammen aus einer dateibasierten Dokumentation, wie sie viele Administratoren gerne bei Neuprojekten anlegen.

Ergeben sich später aber Änderungen, trägt die niemand mehr nach. Im Lauf der Zeit fügt der Admin etwa Netzwerkgeräte, egal ob physisch oder virtuell, zu diesen Netzen hinzu, ohne dass sie in der Dokumentation auftauchen. Diese Praxis muss sich rächen, denn später zu etablierende Anwendungen sind auf aktuelle Informationen angewiesen.

Wenn sich der Admin also nun zu einer Aktualisierung der Unterlagen durchringt – was soll er dokumentieren? Wünschenswert ist zum Beispiel eine Gesamtübersicht der verwendeten beziehungsweise freien IP-Adressen und eine Übersicht über verwendeten Ports. Hat er das alles erfasst, dann reichen ein paar Skripte, um später auf der Grundlage dieser Dokumentation automatisch Informationen zu Geräten zusammenzusammeln (zum Beispiel mit Hilfe von »ping« oder »nslookup«).

VLANs

Virtuelle Netzwerke bedürfen einiger Organisation und guter Dokumentation, will man immer den Überblick über die korrekte Konfiguration der Router und Endgeräte behalten. VLANs sind logische Teilnetze, die auf physischen Netzen aufbauen. Die Dokumentation sollte also das zugrunde liegende Netz und die Switchports erfassen, die einem VLAN zugeordnet sind.

Router

Router oder Layer-2/3-Switches trägt der Admin an der richtigen Stelle in die Dokumentation der Racks ein, die damit nach und nach wächst. Dabei ergibt sich wiederum eine Hierarchie mit den physischen Netzen als unterstem Layer, darauf aufbauend den VLANs und darauf aufbauend den Routern.

Kabelsalat

Ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen die Kabel zu dokumentieren? Auch wenn es verlockend erscheint, damit zu beginnen: Die Gefahr ist groß, sich zu verzetteln, weil die Dokumentation der Verkabelung viel Aufwand mit sich bringt und gut vorbereitet sein will. Besser ist es deshalb, diese Aufgabe zunächst zurückzustellen, um mit dem Gesamtprojekt voranzukommen. Die Kabel-Doku bleibt dann einem Folgeprojekt vorbehalten. So hat der Admin auch schneller etwas Vorzeigbares fertig.

Was noch?

In die Netzwerkdokumentation gehören außerdem:

  • WAN-Verbindungen. Vor allem bei Störungen ist es nötig, schnell die richtigen Ansprechpartner und Hotline-Nummern zur Hand zu haben.
  • Verträge mit Providern – inklusive Service Level Agreements und Vereinbarungen über Entstörungsprozesse. Diese lassen sich als Anhang oder Beilage verwalten.
  • Monitoring-Anbindung. Das bestehende Netzwerkmonitoring sollte der Admin mit der Dokumentation verknüpfen. Wenn es noch kein Monitoring gibt, wäre jetzt der Zeitpunkt, eines zu etablieren. Die Dokumentation ist dabei eine gute Hilfe. Zu allen in ihr hinterlegten Objekten sollte sich im Monitoringsystem ad hoc ein Status abrufen lassen.
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