Tipps von der Linux-Foundation: So werde ich Kernel-Entwickler

Mit einer Anleitung für Linux-Kernel-Entwickler will die Stiftung hinter dem freien Betriebssystem weitere Entwickler zur Beteiligung an der Community werben.

Im Auftrag der Linux Foundation (LF) beschreibt der Linux-Experte und Kernel-Entwickler Jonathan Corbet auf dreißig Seiten Gründe für die Beteiligung an der Kernel-Programmierung, wie der Prozess funktioniert und mögliche Fallstricke. Das Dokument mit dem Titel „How to participate in the Linux Community“ soll Hemmschwellen senken, die Corbet ausgemacht haben will. Er glaubt, dass die Kernel-Community auf neue Entwickler manchmal einschüchternd wirke, obwohl der Entwicklungsprozess ziemlich offen sei. Er will diese Vorbehalte mit seiner Anleitung beseitigen, umfassende Vorkenntnisse in Kernel-Programmierung setzt er hierbei nicht voraus. Insbesondere dem Review-Prozess widmet Corbet seine Aufmerksamkeit: Einsteigern will er nahe bringen, warum es wichtig ist, die Kernel-Community frühzeitig in Entwicklungsvorhaben einzubeziehen, er beschreibt den Coding-Prozess und Anforderungen an Patches und wie diese zur Begutachtung – zum so genannten Review – eingereicht werden. Fortgeschrittene Entwickler erfahren, wie sie im Review-Prozess die Versionsverwaltung Git nutzen um die Patches zu verwalten, die sie selbst von anderen zur Begutachtung erhalten haben.

Nach eigenem Bekunden sieht es die Linux Foundation als wichtige Aufgabe, neuen Entwicklern den Einstieg in Community um den Linux-Gründer Linus Torvalds zu erleichtern. Corbets Bedienungsanleitung betrachtet sie hierbei als einen wesentlichen Teil der Bemühungen. „Die Linux Foundation hört von Entwicklern weltweit, die an der Kernel-Community teilnehmen wollen, aber manchmal damit zu kämpfen haben, wie genau“, sagte Amanda McPherson, zuständig für Marketing und Entwicklerprogramme bei der Stiftung. Laut einer LF-Studie waren an der Kernel-Entwicklung im letzten Jahr mehr als 1000 Entwickler aus über 100 Unternehmen beteiligt, und es sollen mehr werden. McPherson hofft: „Dieses neue Handbuch wird den Prozess vereinfachen und wird neue Unternehmen und Entwickler in die Linuxgemeinde bringen.“ Ihr Ziel will die Stiftung durch Information, Schulungen und Werbung erreichen; das Handbuch im Angebot des neu aufpolierten Entwicklerportals “Linux Developer Network” soll wesentlich dazu beitragen.

Die Anleitung steht auf der Webseite der Linux-Foundation zur Verfügung; Anregungen, Fragen und Kommentare hierzu sind im Forum des Linux Developer Network ausdrücklich erwünscht. Erst vor wenigen Tagen hatte die Stiftung auf den neuen Webseiten den „Linux Application Checker“ vorgestellt. Mit dieser Software sollen Entwickler schnell feststellen, ob und mit welcher Linux-Distribution ihre Anwendung kompatibel ist (Linux-Magazin Online berichtete).

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