Akademy 2008: KDE-Entwicklung soll Community-Boom Rechnung tragen

Sebastian Kügler vom KDE e.V. und Dirk Müller von Novell machten sich in ihrem Vortrag Gedanken um die Zukunft der KDE-Entwicklung. Eine Idee lautet: "Always summer in the trunk", was bedeutet, dass die Entwickler keine Entwicklungsstände mehr einfrieren sollten.

Die KDE-Community ändere sich mit steigender Komplexität, genauso wie die Bedingungen, unter denen heute KDE entsteht, begründeten Kügler und Müller ihre Gedankenexperimente. Als mögliche zukunftsfähige Verbesserung der enorm gewachsenen KDE-Community schlugen sie ein Modell “Agiler Softwareentwicklung” vor.

KDE-Software soll nach dieser Vorstellung zum Beispiel so oft wie möglich veröffentlicht werden. Kriterium für eine Veröffentlichung solle sein, dass eine Anwendung die Testphase überlebt habe. Auch sollen Freeze-Termine Entwickler nicht mehr daran hindern, ihre Software in KDE freizugeben. Eine wichtige Idee ist laut Kügler weiterhin, den KDE-Desktop wie einen Baum mit einem stabilen Stamm auszustatten und den Distributionen sowie Projekten wie zum Beispiel KDE für Windows eigene Branches zu geben, die sie eigenständig patchen. Viele Leute bei KDE seien bereits der Meinung, dass man demnächst auf Git umsteigen sollte. Die Ideen zur Umgestaltung der KDE-Entwicklung sind noch stark im Entstehen, sagte Kügler. Man wolle sich jedoch bewegen.

Ein reines Gedankenexperiment, um vorwärts zu kommen, ist zum Beispiel die Frage “Was, wenn im KDE-Trunk immer Sommer wäre – wenn wir keinen Freeze mehr machen würden?” Entsprechend gibt es noch viele offene Fragen, wovon Kügler am wichtigsten findet, wie man eine offizielle KDE-Release gewährleisten wolle. Hieran knüpft die Idee mit dem stabilen Stamm und den Branch-Versionen an – die offizielle Release wird damit auf den Kern von KDE reduziert.

Die Idee, die KDE-Entwicklung der Community anzupassen, sei etwa drei Monate alt, sagte Sebastian Kügler am Rande der KDE-Ideenschmiede zu Linux-Magazin Online. Da habe er zum ersten Mal darüber gebloggt. Auf dem Linuxtag habe er sich dann mit Dirk Müller darüber unterhalten, und sie entschieden, dass das ein Akademy-Talk sei.

Sebastian Kügler rief mit anderen bei KDE die Marketing-Arbeitsgruppe ins Leben und macht seit letztem Jahr beim Release-Management mit. Er arbeitet zur Zeit für den KDE e.V an der Software-QA-Suite SQO-OSS mit, ein EU-Projekt rund um Alitheia, eine automatisierte Evaluierung von Software-Projekten (siehe Bericht auf Linux-Magazin Online). Dirk Müller ist seit fast zehn Jahren KDE-Entwickler, bei Novell angestellt und arbeitet hier an KDE in Suse-Linux.

Die KDE Akademy 2008 begann heute und dauert bis zum 15. August. Am Samstag und Sonntag gibt es Vorträge über KDE-Projekte. Die folgenden Wochentage sind für das KDE-Vereinstreffen, Tutorials und Workshops reserviert.

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