FSF veröffentlicht Empfehlungen für Software as a Service

Die Free Software Foundation (FSF) und die Aktivistengruppe Autonomo.us haben Empfehlungen für den populären Trend der Software als Dienstleistung, auch Software as a Service (SaaS) genannt, entwickelt. Anwender sollten sich beim Nutzen dieser Dienste vor allem über den Kontrollverlust ihrer Daten bewusst sein.

Hinter der Bezeichnung Autonomo.us stehen eine Gruppe von Entwicklern und Aktivisten, die sich im März 2008 bei einem FSF-Arbeitstreffen zusammengeschlossen haben. Die Akteure beobachten den zunehmenden Trend bei Anwendern und in Unternehmen, Rechenleistung und Dienste der EDV in Form von SaaS auszulagern. Wenn die Software auf diese Weise zentralisiert wird, bietet das nach Meinung der Arbeitsgruppe eine Reihe von Vorteilen beispielsweise hinsichtlich Datenspeicherung und -verteilung, sie sehen aber gleichzeitig eine Reihe von Freiheiten in Gefahr. Aus diesem Anlass haben FSF und Autonomo.us gemeinsam Vorschläge für Entwickler, Dienstanbieter und Anwender erarbeitet und veröffentlichen diese unter dem Namen Franklin Street Statement on Freedom and Network Services.

Wie nicht anders zu erwarten betrachten die Aktivisten Netzwerkdienste, die freie Software nutzen als gute Grundlage, um Anwenderfreiheit sicherzustellen. Den Entwicklern der SaaS-Software empfehlen die Autoren unter der Affero GPL zu lizenzieren, eine freie Software-Lizenz speziell für Netzwerkdienste. Wünschenswert sei auch Software, die statt zentralisierter Dienste und Speicher auf verteilte Software und Datenablage setzt und so den Anwendern die Kontrolle über die Daten überlässt. Von SaaS-Anbietern fordern die Autoren, dass die Daten der Anwender unter solchen rechtlichen Bedingungen und Formaten verfügbar gemacht werden, dass diese die privaten Daten auch wieder aus dem Dienst herausnehmen können. Für Daten, die für alle Dienstnutzer verfügbar sind, sollten Dienstanbieter die Richtlinien für Freie kulturelle Werke oder Open Knowledge zugrunde legen. Anwendern schließlich empfehlen die Aktivisten vor allem ein erhöhtes Bewußtsein, das mit Netzwerkdiensten auch ein Kontrollverlust einhergeht.

Die Arbeitsgruppe Autonomo.us hat die Empfehlungen auf der gleichnamigen Webseite veröffentlicht und sich zur Aufgabe gestellt, Aufklärungsarbeit bei Unternehmen, Entwicklern und Anwendern zu betreiben.

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