
Projektgruppe Milepost Ende 2007 (von links): Bilha Mendelsohn (IBM), Georgios Tournavitis, Hugh Leather, Leigh Murray, Christophe Dubach, Christophe Dubach, Zheng Wan (Uni Edinburgh), Grigori Fursin (INRIA), Michael O'Boyle (Uni Edinburgh), Eric Courtois (Firma Caps), Phil Barnard, Khurram Riaz, Joern Rennecke, Irfan Rafiq (Firma Arc).
Anlässlich des GCC-Summit im Juni hat das EU-geförderte Projekt Milepost einen Meilenstein verkündet. Milepost (Machine Learning for Embedded Programs Optimization) hat zum Ziel, die GNU Compiler Collection (GCC) um eine selbstlernende und automatische Kompilierfunktion für Software speziell auf Embedded-Hardware zu erweitern.
Wie IBM jetzt erst vermeldete, stellte Mitte Juni der russische Milepost-Entwickler Grigori Fursin vom französischen Forschungsinstitut INRIA (Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique) die neueste Entwicklung der intelligenten GCC-Erweiterung auf dem GCC-Summit in Kanada vor. Neben INRIA arbeiten die Universität Edinburgh, die INRIA-Firmenausgründung Caps, die Multimedia-IT-Firma Arc und, als einziger namhafter Vertreter, IBM im Milepost-Projekt zusammen.
Obwohl das Projekt schon seit Mitte 2006 tätig ist, sei jetzt ein wesentlicher Meilenstein erreicht, sagte Chani Sacharen, die Sprecherin des israelischen IBM-Forschungslabors in Haifa, zu Linux-Magazin Online. Ziel des Milepost-Projekts ist, den Kompiliervorgang der GCC so zu verändern, dass eine lernfähige Maschine ihre Lernfortschritte in den Kompiliervorgang zurückgeben kann. Nun hätten die Projektpartner zum ersten Mal die Ergebnisse erhalten, dass die Software-Performance durch die Milepost-Erweiterung signifikant gestiegen sei. Der Unterschied liegt darin, dass der Compiler Teile des Codes nun unterschiedlich behandeln könne, führte Sacharen aus: Während vorher der Compiler die gleichen Optimierungsprozesse auf die ganze Software angewendet habe, könne er nun aufgrund maschinellen Lernens (ML, Machine Learning) die Funktionen einen Programms einzeln behandeln.

Projektgruppe Milepost Ende 2007 (von links): Bilha Mendelsohn (IBM), Georgios Tournavitis, Hugh Leather, Leigh Murray, Christophe Dubach, Christophe Dubach, Zheng Wan (Uni Edinburgh), Grigori Fursin (INRIA), Michael O’Boyle (Uni Edinburgh), Eric Courtois (Firma Caps), Phil Barnard, Khurram Riaz, Joern Rennecke, Irfan Rafiq (Firma Arc).
Eine Beschreibung des Milepost-Projekts, seiner Methoden, Ergebnisse und Tools ist als PDF (rund 250 KByte) im GCC-Wiki erhältlich. Der Code des GCC-ICI-Projekts soll noch diesen Sommer in den GCC-Branch wandern. Zur Zeit gibt es ihn auf der Sourceforge-Projektseite von GCC-ICI. Das Forschungsprojekt hat auch einen eigenen Internetauftritt, auf dem es seine Publikationen zur Verfügung stellt und Informationen über die Partner bietet.
Projektgründer ist die EU: Als Maßnahme der Forschungspolitik und -finanzierung rief sie es in ihrem 6. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung ins Leben. Es läuft auf drei Jahre, erhält von der EU rund 1,7 Millionen Euro. Die Gesamtkosten des Projekts sind auf knapp 3 Millionen Euro veranschlagt. Die Differenz wird von den Partnern getragen.



