Google gab auf seiner Hausmesse in San Francisco den Zugang zur Preview-Version seiner App-Engine für alle frei. Gleichzeitig stellte das Unternehmen das Preiskonzept für die Entwicklerwolke bekannt; der Einstieg soll kostenlos bleiben.
Das Entwicklertreffen Google I/O begann am Mittwoch und läuft über zwei Tage, an denen der Suchmaschinenbetreiber neben hauseigenen Produkten und Plattformen über grundsätzliche Trends bei der Entwicklung von Web-Applikationen berichtet. Ein Kernthema der Messe ist Entwicklerwolke App-Engine, die das Unternehmen Anfang April 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Hierüber soll die hauseigene Entwicklungsplattform entsprechend dem Prinzip des Cloud-Computing nicht nur den Google-Entwicklern zur Verfügung stehen, auch externe Programmierer sollen die Plattform mit Python-Laufzeitumgebung samt Rechenleistung nutzen. Bei diesem Konzept stellt Google auf seinen Servern Speicherplatz und Entwicklungsumgebung zur Verfügung, die Rechenlasten werden verteilt und miteinander vernetzt, die Ressourcen sind weltweit verteilt zugänglich. In der Testphase war das Modell bislang zwar kostenlos, aber nur relativ wenige Entwicklern konnten darauf zugreifen.
Dies soll sich für die restliche Preview-Laufzeit ändern: Nachdem sich nach Google-Informationen in den sechs Wochen seit der Bekanntgabe bereits 150.000 Entwickler auf die Warteliste eingetragen haben, gab das Unternehmen zum Start der Hausmesse den Zugang zunächst für alle frei. Im Lauf des Jahres soll die Vorschauphase enden, für die Zeit danach gab Google gleichzeitig einen Ausblick auf die Preisgestaltung. Abhängig von Leistung, Bandbreite und Speichergröße sollen die Leistungen berechnet werden, die tatsächlich in Anspruch genommen werden. Ein Einstiegspaket mit 500 Megabyte Speicher und „ausreichend CPU und Bandbreite für rund 5 Millionen Seitenaufrufe pro Monat“ soll kostenlos bleiben. Danach sollen die Preise zwischen 15 und 18 US-Cent pro Gigabyte Speicher und 10 bis 12 US-Cent pro CPU-Core-Stunde liegen, weiter unterscheidet das Unternehmen zwischen ein- und ausgehender Bandbreite, die Preise hierfür sind zwischen 9 und 13 US-Cent pro Gigabyte angesetzt.
Für die kommenden Wochen kündigte Google gleichzeitig zwei neue Programmierschnittstellen (API) an. Eine davon soll der Bildbearbeitung dienen; Bilder auf dem Server sollen damit skaliert, beschnitten und gedreht werden können. Als zweite API ist eine Speicher-Caching-Ebene geplant, mit der die Seitenwiedergabe erheblich beschleunigt werden soll.
Mit Anwendungen und Entwicklungen, die ständig größeren Speicherbedarf erfordern und bei gleichzeitig weltweit verteilten Standorten wird Cloud Computing zunehmend zum Trend. So hat beispielsweise der Online-Buchhändler Amazon mit seiner Elastic Computing Cloud ein Modell gestartet, über das bereits Red Hat Linux verfügbar ist. Auch IBM will mitmischen und arbeitet unter dem Titel Blue Cloud an einem eigenen Modell basierend auf Open Source (Linux-Magazin Online berichtete hier und hier).



