Kernelentwickler Alan Cox ist nie darum verlegen, die technischen Fragen von Linux zu thematisieren und er äußert auch seine Meinung zu Lizenzen, Copyright und proprietären Treibern.
Im Interview spricht der Entwickler von seinen ersten Schritten mit der Kernelentwicklung, über vergeblich eingereichte Patches und erste Erfolge mit der Anpassung des Netzwerkstacks vor über 15 Jahren. Die heutige Situation, dass der Quelltext des Linux-Kerns praktisch allen Entwicklern gemeinschaftlich gehört, sieht Cox als Rückversicherung, dass der Code frei bleibt: “Niemand von den Kernentwicklern, nicht einmal Linux Torvalds selbst, kann einfach seine Meinung ändern und die Bedingungen ändern, unter denen Linux verbreitet wird”, sagt er im exklusiven Interview mit Linux-Magazin Online am Rande der OSADL-Konferenz.
Die Diskussion über die Lizenz des Kernels hält Cox für abgeschlossen: “Die GPLv2 ist zwar in einigen Stellen etwas vage, dafür eignet sich die GPLv3 nicht optimal für Betriebssysteme. Ich hätte gerne etwas wie die GPLv3 von Anfang an verwendet, aber die Lizenz jetzt noch zu ändern, wäre nicht fair den Entwickler gegenüber.”
Im Hinblick auf offene Treiber und anderen Code im Kernel zeichnet der bei Red Hat angestellte Waliser ein optimistisches Bild: Hardware-Hersteller gingen in letzter Zeit vermehrt auf die Entwickler zu, die Bedeutung proprietärer Treiber nähme langfristig immer mehr ab. Welchen Hersteller Cox als den letzten bedeutenden Anbieter von proprietärer Software sieht, wie er dessen Zukunft beurteilt und ob Tainted Kernel geeignete Mittel sind, um diesen Prozess zu beschleunigen sehen Sie im Video:



