Gartner: Sinkende Softwarepreise wegen SaaS und Open Source

Laut einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Gartner werden die Preise für Software fallen. Dafür sehen die Statistiker vor allem zwei Gründe: Wachsendes Interesse an Open Source und den neuen Trend Software as a Service (SaaS).

Durch zunehmenden Einsatz von Open-Source-Technologien geraten die Preise laut der Studie in einigen Bereichen besonders stark ins Rutschen: Vor allem Server, Betriebssysteme, Entwicklungswerkzeuge und Datenbanktechnologien sollen preiswerter werden, glaubt man den Marktforschern. Nach Meinung von Gartner ließ die bisherige Struktur des Software-Marktes den Käufern wenig Verhandlungsspielraum: War erst einmal eine Software-Lizenz gekauft, war der Kunde relativ eng an den Hersteller gebunden. Das soll sich laut der Prognose in den nächsten fünf bis zehn Jahren erheblich ändern. Einkaufsabteilungen und IT-Verantwortliche sollen demnach an Marktmacht gewinnen, während die Gewinnspannen der Software-Hersteller sinken.

Neben der zunehmenden Verbreitung von Open-Source-Software und dem neuen Trend, Software als Dienstleistung (SaaS) zu mieten, sieht das Unternehmen weitere Gründe für den Preisdruck: Das Auslagern von Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing, kurz: BPO), ein breiteres Angebot für Software-Wartung und Support durch Drittanbieter, die zunehmende Stärke von unabhängigen chinesischen Softwareanbietern und die wachsende Nachfrage in Ländern wie Brasilien, China und Indien.

Als einen weiteren Grund nennen die Marktforscher zwei Entwicklungen in einem Atemzug: Softwareentwicklung aus Niedriglohnländern wie China und Indien kombiniert mit modularen und service-orientierten Architekturen (SOA). Für Gartner besteht hier ein Zusammenhang, weil sie davon ausgehen, dass Unternehmen meist zwar keine komplette IT-Landschaft als Niedriglohnarbeit programmieren ließen, jedoch könnten relativ unkompliziert einzelne Programmteile und -module als Auftragsarbeit dorthin vergeben werden.

Je mehr Alternativen der Softwaremarkt bietet, desto stärker soll das Pendel zugunsten der Käufer ausschlagen, glaubt man Gartners Vizepräsident William Snyder. Er rät den Einkäufern: “Wir würden IT-Organisationen empfehlen, BPO und Open-Source-Alternativen zu nutzen, um ihre Verhandlungsmacht gegenüber Software-Anbietern zu stärken. Sie sollten aber auch das Erscheinen von Drittanbietern nutzen, um die hohen Wartungskosten von älteren Software-Versionen zu reduzieren.”

Als Wachstumsmarkt sieht Gartner das Geschäftsfeld SaaS. Hier werden Applikationen und Anwendungen flexibel nach Bedarf gemietet oder gekauft und abgerechnet, damit sollen die Kosten für Unternehmen sinken. Hierfür prophezeien die Marktforscher einen Anteil von 25 Prozent am Gesamtmarkt bis zum Jahr 2011.

Diese Zahlen dürften dem Linux-Distributor Red Hat gefallen: Das amerikanische Linux-Unternehmen hat vor kurzem unter dem Namen “Red Hat auf Amazon EC2” ein SaaS-Projekt gemeinsam mit dem Online-Händler Amazon gestartet (Linux-Magazin Online berichtete).

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