
Das Link Pad nimmt temporär Links auf, ohne dass der Benutzer dafür extra ein Lesezeichen setzen zu müssen.
Das Unternehmen AOL hat eine neue Version des Netscape Navigators veröffentlicht, die wie schon der Vorgänger auf dem Mozilla-Browser Firefox basiert. Neben Plattformunabhängigkeit und damit Linux-Unterstützung bringt Version 9 neue Funktionen und eine eigene Optik.
Mit dem Netscape-Browser dürften bei einigen Computernutzern nostalgische Gefühle aufkommen. Schließlich gibt es den Browser schon seit 1994. Damals basierte er noch auf dem Code des Browsers Mosaic. Seinen Höhepunkt in Nutzung und Verbreitung erlebte der Navigator um 1996. Danach ging es mit ihm stetig bergab. Probleme mit Java und Java Script sowie der als Browserkrieg in die Internetanalen eingegangene Konkurrenzkampf mit dem Internet Explorer von Microsoft setzten dem Netscape-Browser zu.
Ab Version 6.0 kam der Programmcode der Mozilla Foundation unter der Haube des Netscape Navigator zum Einsatz. Auch in der jüngst veröffentlichten Version 9 ist dies der Fall. Auf Basis des Firefox 2.0 rendert der Navigator Webseiten nun plattformunabhängig mit Hilfe der Gecko-Engine. Er lässt sich so auch mit den zahlreichen Erweiterungen und Styles des Verwandten erweitern. Die noch junge Browser-Version ist jedoch nicht nur ein Firefox mit aufgesetzter Optik. Die Entwickler haben sich ein paar Erweiterungen einfallen lassen, die die Arbeit beschleunigen sollen.

Das Link Pad nimmt temporär Links auf, ohne dass der Benutzer dafür extra ein Lesezeichen setzen zu müssen.
Die Release Notes beschreiben die Neuheiten und Funktionen des Navigator 9. Eine ist das “Link Pad” (siehe Abbildung). Dieses soll temporär Links aufnehmen, ohne dafür extra ein Lesezeichen setzen zu müssen. Wird ein solcher kurzzeitiger Verweis angeklickt, verschwindet er automatisch aus dem Link Pad. Genauso gehen die dort abgelegten Links beim Schließen des Browsers verloren. Dank der Funktion soll das Lesezeichenmenü übersichtlich bleiben. Die URL-Korrekturfunktion soll fehlerhafte Eingaben ersetzen. Sie versucht bei Tippfehlern wie “.cmo” statt “.com” die richtige Variante vorzuschlagen. In einem ersten Test klappte das nicht immer, ab und zu erkannte der Browser die Tippfehler nicht und teils war die vorgeschlagene Alternative nicht zutreffend. Ein dritter Unterschied gegenüber dem Firefox stellt der integrierte Minibrowser dar (siehe Abbildung ). In der Sidebar integriert zeigt dieser eine zweite Webseite simultan zu der im Hauptfenster geöffneten Seite an. Anwendern, die sich bisher über zu kleine Eingabefelder geärgert haben, schafft der neue Navigator Abhilfe. Per Mausklick lassen sich die Rahmen beliebig aufziehen. Dem oft gelobten Tabbed-Browsing des Firefox fügt des Navigator eine zusätzliche Eigenschaft hinzu. Wird ein Link in einem neuen Tab geöffnet, erbt dieses die Historie des verweisenden Fensters.
Der Netscape Navigator 9 steht für Linux, OSX und Windows zum Download bereit. Diese sind jedoch nur in englischer Sprache verfügbar. Ob eine deutsch lokalisierte Variante herauskommen wird, ist nicht bekannt.






