Fallstudie über Open-Source-Software in Behörden

Seit Kurzem ist eine Studie online, die 955 öffentlich-rechtliche Stellen aus 13 EU-Ländern auf ihre Affinität für Open-Source-Software befragt hat. Außerdem untersuchte man sechs behördliche Open-Source-Entwicklungsprojekte.

In Auftrag gab die Studie die Europäische Kommission. Das Unternehmen Unisys und Merit (Maastricht Economic and social Research and training Institute on Innovation and Technology) sammelten 2004 die Daten und stellten die Studie im April dieses Jahres fertig.

Fast 40 Prozent der Befragten schätzten die Support-Situation für Open-Source-Software problematisch oder teuer ein. Das sagten jedoch Personen, die selbst keine Nutzer sind oder keine Kenntnis von Open-Source-Anwendungen besitzen. Nutzer von Open-Source-Software hingegen verneinten eher, dass die Unterstützung problematisch sei. Weiterhin erbrachten die Befragungen, dass die Kostenersparnis nur in drei von sechs Fällen der treibende Faktor zum Einsatz von Open-Source-Software ist, auch wenn bei den anderen ebenfalls die Kosten gesunken sind.

Laut der Studie ist das größte Hindernis zum Anstoß von behördlichen Software-Projekten, dass entsprechende IT-Fachkräfte fehlen. Die IT-Abteilung war in fünf von sechs Fällen der Initiator der existierenden Projekte. Grund dafür ist, dass die Entscheider und Mitarbeiter der Behörden einen verengten Blick auf ihre Organisation zeigen, und sie nehmen das Potential wenig wichtig, das in der Interaktion mit Bürgern, Software-Nutzern und der Software-Community liegt. Die Entscheider in Behörden müssten dafür sensibilisiert werden, meinen die Verfasser, welche Vorteile die Entwicklung von Open-Source-Software bringt. Inwiefern ein behördliches Open-Source-Projekt positive Effekte auf die Gesellschaft hat, könne bewusst gesteuert werden.

Das komplette Dokument kann in englischer Sprache von dem zugehörigen Webauftritt “Public Sector and Open Source” heruntergeladen werden. Von der hier vorgestellten Studie umfasst der eigentliche Text 44 Seiten. Neben der Studie ist auch nur die sechsseitige Kurzzusammenfassung (PDF, 80 KB) verfügbar, ebenfalls in englischer Sprache, die im Gesamtdokument die ersten sechs Seiten bildet. Der Webauftritt richtet sich nach eigenen Angaben an IT-Entscheider und -Planer sowie Strategen, die im öffentlich-rechtlichen Sektor arbeiten.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben