In einer Telefonkonferenz haben die Mitglieder des International Committee for Information Technology Standards (INCITS) gegen die Standardisierung von Microsofts Open-XML-Format gestimmt.
Wie Rob Weir, Komiteemitglied und IBM-Angesteller berichtet, stimmten die Mitglieder des V1-Komitees der INCITS bereits am vergangenen Freitag dem 13. Juli über die Standardisierung von Microsofts Office-Format Open XML ab. Dabei wurde jedoch die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht erreicht.
Die Entscheidung ist zwar nur für den amerikanischen Raum richtungsweisend, doch hat sie auch Einfluss auf die International Organization for Standardization (ISO), da sie den Standpunkt der US-amerikanischen Staaten darstellt. INCITS fungiert als die Technical Advisory Group, die die USA zum ISO-Komitee JTC 1, das sich mit Informationstechnologie befasst, entsenden.
Die Entscheidungsfindung begann am 2. April mit der Beauftragung des V1-Kommitees durch die Geschäftsführung der INCITS. Ziel war es, die Position der Vereinigten Staaten bezüglich des Microsoft-Antrags festzulegen. Im späten Juni umfasste das Gremium über 300 Mitglieder, darunter auch Partner des Softwarekonzerns. Nach diversen Treffen hat sich V1 am vergangenen Freitag gegen Open XML entschieden. Doch noch ist die amerikanische Position nicht endgültig: Im nächsten Schritt wird die Geschäftsführung der INCITS über den Antrag befinden. Wie diese Entscheidung ausfällt, ist nicht abzuschätzen.
Open XML wurde von Microsoft als Gegenentwurf zum seit Herbst 2006 standardisierten Open-Document-Format (ODF) bei der ISO zur Standardisierung eingereicht. Erste Schützenhilfe hat der Software-Riese ganz unerwartet vom amerikanischen Bundesstaat Massachusetts erhalten, der vor rund zwei Jahren durch Unterstützung von ODF von sich reden machte.



