Der Maintainer der ältesten noch aktiven Linux-Distribution Slackware hat Release Candidate 1 (RC1) für die kommende Version 12 freigegeben. Erstmals setzen die Slackware-Entwickler einen Kernel 2.6 ein.
“Wenn wir Glück haben, haben wir alles beim ersten Mal richtig gemacht,” leitet Maintainer Patrick Volkerding das Changelog des Veröffentlichungskandidaten für Slackware 12 ein. Der vorliegende RC1 bedeutet einen großen Sprung für die als konservativ bekannte Distribution. Erstmal entstammt der Default-Kernel der stabilen 2.6er Reihe. Noch in Slackware 11 wurde standardmäßig ein 2.4er Kernel verwendet, der 2.6er konnte optional gewählt werden. Im vorliegenden Release kommt der aktuellste Kernel-Version 2.6.21.5 zum Einsatz, die auf den Einsatz auf Multiprozessorsystemen optimiert wurde. Doch auch auf Single-Core-Rechnern soll der Kernel performant ohne Leistungseinbußen laufen. Weiterhin wurden diverse Patches eingespielt.
Doch nicht nur der Systemkern, sondern auch das grafische Grundsystem ist aktuell. X.org in Version 7.2 mit Unterstützung für Xgl und Compiz haben ihren Weg in das Release gefunden. Mit KDE 3.5.7, XFCE 4.4.1 und Fluxbox 1.0.3rc stehen auf dem Desktop ebenfalls die jüngsten Entwicklung zur Verfügung. Webserver können mit dem jüngsten Apache 2.2.4 mit PHP 5 aufgesetzt werden. Viele weitere Pakete wurde aktualisiert oder wie im Fall von XMMS ausgetauscht. Als Media-Player ist nun Audacius mit dabei.
Ein kleine Überraschung offenbart der Blick in den Ordner “xap” des Current-Zweigs. Dort findet sich wider Erwarten die aktuelle Version 2.0.1 des Instant Messengers Pidgin. In jüngster Vergangenheit hatte es Verstimmung zwischen den beiden Projekten gegeben, die dafür gesorgt haben, das Pidgin in den Unsupportet-Zweig Slackwares verschoben wurde. Die Pidgin-Entwickler hatten angekündigt, keine Slackware-Pakete mehr anzubieten, da niemand aus ihren Reihen die Distribution benutze. Außerdem wäre es unmöglich, valide Pakete für Slackware zu erstellen. Zwischenzeitlich wurden die Aussagen entschärft. Die ursprünglichen Aussagen sind hier zu finden.
Für den Veröffentlichungskandidaten stehen noch keine offiziellen ISOs zum Download bereit. Beta-Tester können inoffizielle ISO-Images hier herunterladen. Die Dateien werden regelmäßig aus dem Slackware-Current-Zweig erstellt. Ungeduldige können sich ihre eigene Installations-CD zusammenstellen.



