Aus Linux-Magazin 06/2007

USV-Gerät der Zinto-A-Reihe im Test

Abbildung 1: Der UPS-Monitor informiert bei einem Stromausfall über Ladezustand (zweiter Balken von links) und Restlaufzeit (Balken rechts).

Während der Verband der Netzbetreiber in Deutschland 23 Minuten Unterbrechungen pro Jahr und Stromanschluss errechnet, summiert das Statistische Bundesamt Computer gar 105 spannungslose Minuten – häufig in kleinen Stücken. Drum ist eine unabhängige Computer-Stromversorgung eine sinnvolle Investition.

Kurz vor dem 20-jährigen Jubiläum löst die Firma Online USV-Systeme ihre Zinto-D- zu Gunsten einer A-Serie ab. Bereits der Vorgänger fing mit großen Kondensatoren kurze Netzschwankungen ohne Batterie auf, was deren Leben verlängern soll. Der neuen Serie spendiert die Firma zudem einen USB-Anschluss, Plug&Play-Installation und, ab Modell A 1500, optionale Zusatzakkus. Das günstigste Gerät A 800 sollte im Testlabor diese Behauptungen beweisen.

Dem optisch ansprechenden schwarzen Kasten liegen RS-232- und USB-Strippen, zwei Kaltgerätekabel, Software sowie ein Handbuch bei. Nach der Verkabelung von Rechner und USV (Plug) wollte sich der Play-Eindruck der Installation beim Test nicht recht einstellen, da sich unter den 187 MByte auf der CD kein Treiber für Linux finden ließ, obwohl ihn die Featureliste ausweist und im Installationsmenü angibt.

Ein Anruf bei der Hotline und ein Software-Update später bandelte die wartende USV mit dem Test-PC an. Zur Software: Die selbsterklärende Installationsroutine kennt zwar nur Suse und Red Hat Linux, funktionierte aber auch mit dem Ubuntu-Testrechner. Unangenehm fiel das unverschlüsselte und damit angreifbare Konfigurationspasswort auf.

Status mit Symbolen

Der in Java programmierte UPS-Monitor der mitgelieferten Software Datawatch erlaubt dem Admin – auch aus der Ferne – Batterietests und zeigt per Symbol Temperatur und verbleibende Überbrückungszeit an. Seine Meldungen könnten etwas üppiger ausfallen, um Fehlerquellen leichter zu ermitteln. Aber Logfiles und die grafisch dargestellte Entwicklung über die Zeit verschaffen einen guten Überblick über die Ereignisse.

Der Linux-Version von Datawatch fehlen Features wie die automatische Datensicherung oder der Rechner- und USV-Shutdown bei langen Störungen. Auch kann nur die Windows-Oberfläche die vier Stromausgänge selektiv schalten oder Jobs frei programmieren, die je nach verstrichener Überbrückungszeit starten. Aber über die Kommandozeile geht das alles auch mit Linux.

Bei der Simulation eines Stromausfalls im Test tauchte nach Sekunden auf der Root-Konsole eine Meldung auf. Der Daemon wiederholt sie minütlich unter Angabe der verbleibenden Überbrückungszeit. Wie Abbildung 1 zeigt, meldet auch die grafische Oberfläche den Stromabfall, indem sie eine Stromquelle rot färbt. Brav schloss das Setup die laufenden Programme auf dem Testrechner beim – konfigurierbaren – Minimal-Ladestand der Batterie und fuhr den Rechner herunter.

Abbildung 1: Der UPS-Monitor informiert bei einem Stromausfall über Ladezustand (zweiter Balken von links) und Restlaufzeit (Balken rechts).

Abbildung 1: Der UPS-Monitor informiert bei einem Stromausfall über Ladezustand (zweiter Balken von links) und Restlaufzeit (Balken rechts).

Alles in allem gefiel das Gerät und versöhnte die Tester für den holprigen Installationsbeginn. Angesichts des moderaten Preises und der Aussicht, dass es in einem halben Jahr ein Windows ebenbürtiges Linux-Datawatch geben soll, lohnt sich ein Zinto A selbst für Server und Workstations, an die niemand harte HA-Forderungen stellt. (jk)

Zinto A 800


Hersteller: Online USV-Systeme AG, Promenadeplatz 12, D-80333 München, [http://www.online-usv.de]

Preis: rund 300 Euro

Eingang: 230 V, 50/60 Hz, 3,6 A

Ausgang: 230 V, 50/60 Hz Sinus, 800 VA / 530 W

Akkus: 2 x 12 V, 7,2 Ah Standardbatterie, 3 bis 5 Jahre Lebensdauer

Überbrückungszeit: 23 Minuten bei 50 Prozent Last, 6 Minuten bei 100 Prozent

Schnittstellen: RS-232 und USB potenzialfrei mit Datenleitungsschutz

Gerät: 235 x 86 x 383 Millimeter, 8,6 Kilo

Service: Kostenloser 24-Stunden-Austausch, 2 Jahre Vollgarantie, 14 Tage Geld zurück bei Nichtgefallen, kostenlose Software-Updates

Andere Modelle: Zinto A 1000; Zinto A 1500, A 2000 und A 3000 lassen sich mit weiteren Akkus und SNMP-Karten erweitern

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