Juristische Winkelzüge machen Novell angreifbar

Der Branchendienst Streetinsider bezeichnet Novell und rund 40 weitere US-Unternehmen als mögliche Kandidaten für eine feindliche Übernahme, weil sie Probleme mit Aktienoptionsgeschäften haben.

Autor Douglas McIntyre nennt in einer Analyse Novell als eines von 42 Unternehmen, denen aufgrund einiger rechtlicher Besonderheiten in den USA unter Umständen eine feindliche Übernahme drohe.

Das beschriebene Übernahmeszenario beruht auf einer komplexen Kombination von Gesetzen und Finanzregeln. Es trifft laut Streetinsider auf Firmen zu, die derzeit dabei sind, Ungereimtheiten im Zusammenhang mit Aktienoptionsgeschäften zu klären.

Den so genannten “Stock Options”-Skandal hatte die Financial Times Ende 2006 aufgedeckt. Anlass war, dass Apple-Chef Steve Jobs 7,5 Millionen Aktienoptionen erhalten hatte, die nicht vom Aufsichtsrat des Unternehmens genehmigt worden waren.

Zu den juristischen Besonderheiten des von Streetinsider und der Financcial Times entworfenen Szenario zählt ein US-Gesetz, nach dem Investoren eine Firma per Gerichtsbeschluss zwingen können, eine Aktionärsversammlung abzuhalten, wenn über einen Zeitraum von länger als dreizehn Monaten keine stattgefunden hat. Nun darf aber ein Unternehmen, das keine endgültigen Quartalsberichte vorlegen kann, wie das bei Novell wegen der laufenden Untersuchungen in Sachen Aktienoptionen der Fall ist, nicht mit seinen Anteilseignern kommunizieren. Die Börsenaufsicht unterbinde dies, damit die Finanzlage nicht beschönigt oder verschleiert werde. Investoren könnten bei einer zwangsweise einberufenen Versammlung also Einfluss auf die Firma nehmen, während die Firma selbst quasi einen Maulkorb tragen müsste.

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