Libre Elec 8.2.0 ohne SMB1 und mit besserem Hardware-Support

Krypton lautet der Codename der neuen Version 8.2.0 von Libre Elec. Die Multimedia-Distribution auf Kodi-Basis verbessert den Support für Intel- und Raspberry-Pi-Hardware und unterstützt SMB2/3.

Kurz nach der Veröffentlichung von Version 8.2.0 schoben die Distributionsmacher laut ihrem Blogpost gleich ein neues Image hinterher. Version 8.2.0.1 repariert den HEVC-Support für Raspberry Pi und Slice Hardware. Mehrere Änderungen betreffen die Sicherheit von Libre Elec. Dazu gehören ein Fehler mit “/dev/random”, der einige Python-Crypto-Funktionen torpedierte. Auch die Blueborne getaufte Bluetooth-Schwäche haben die Entwickler behoben, Updates für “wpa_supplicant” schließen die Krack (Key Reinstallation Attack) getauften WPA-2-Sicherheitslücken. Zudem schließt eine Aktualisierung der Raspberry-Pi-Wifi-Firmware die Broadpwn-Lücke.

Um die Sicherheit der Systeme zu stärken, spielt Libre Elec Sicherheitsupdates künftig automatisch ein. Major-Updates schieben User hingegen weiterhin von Hand an.

Tanz um SMB1

Kodis Samba-Client verwendet nun standardmäßig SMB3 und nicht länger das unsichere SMB1. Wer allerdings noch einen veralteten Samba-Server im Netzwerk nutzt, kann manuell auf SMB1 und 2 wechseln. Der eingebettete Samba-Server unterstützt hingegen kein SMB1 mehr, sondern nur die Versionen 2 und 3. Für veraltete Clients im lokalen Netzwerk kann der User den SMB1-Support nachträglich über ein Add-on ergänzen. Individuell angepasste Samba-Konfigurationsdateien muss er aktualisieren und dafür das neue Samba-4.x-Base-Template (“samba.conf.sample”) verwenden.

Windows Network Browsing funktioniert nicht mehr, weil es SMB1 braucht. Die Quellen für Windows-SMB-Shares müssen User über die vollständigen Server-Share-Pfade ergänzen. Die lassen sich ersatzweise über “Zeroconf Network Browsing” entdecken. Der Blogpost nennt noch einige weitere Samba-Änderungen, die es zu beachten gibt. Wer also Samba verwendet, sollte einen Blick auf die Release Notes werfen.

Lirc und TV-Headend

“Disruptive Änderungen” kündigen die Macher auch für Lirc und TV-Headend an. Ersteres startet neuerdings automatisch als Dienst, was zu Störungen bestehender Lirc-Setups für Fernbedienungen führen kann. Der überzählige Lirc-Dienst lässt sich in diesem Fall unter “Services” im Libre-Elec-Settings-Add-on deaktivieren. Bei Neuinstallationen ist der Lirc-Service hingegen deaktiviert, der Nutzer muss ihn manuell einschalten.

Für Version 4.0 von TV-Headend gibt es von Kodi nur ein Dummy-Paket, da diese Version keinen Support mehr erhält. Libre Elec unterstützt stattdessen zusammen mit Kodi die Version 4.2, die bessere Features und umfassenderen Hardware-Support bietet. Der Nachteil: Nutzer der Version 4.0 müssen die Version 4.2 neu einspielen und konfigurieren, da TV-Headend keinen Updatemechanismus anbietet. Wer bereits das Add-on für TV-Headend 4.2 verwendet und eine “Fail to start”-Nachricht erhält, für den holt und installiert Kodi ein neues passendes Add-on, was den Fehler zum Verschwinden bringt.
 
Treiber- und Software-Updates

Nicht zuletzt gibt es verschiedene Treiberupdates. Aktualisiert wurden die Pakete “linux-firmware” und “misc-firmware”, der Nvidia-Legacy-Treiber (Version 340.104), der Nvidia-Main-Driver (Version 384.90) sowie die Treiber RTL8192EU und RTL8188EU. Libre Elec 8.2.0 unterstützt die Bluetooth-Fernbedienung für die Xiaomi-Mi-Box und den USB-basierten Xbox-One-DVB-C/T/T2-Tuner. Für Raspberry Pi kommt nun der Kernel 4.9.43 zum Einsatz, als Standard-Kernel ist Version 4.11.8 mit von der Partie. Nicht zuletzt verwendet das Projekt nun Open SSL anstelle von Libre SSL.

Weitere Infos zu den Neuerungen sowie die Images für Libre Elec 8.2.0 verlinkt die Release-Mitteilung.

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