Dot-Net Core 2.0 erleichtert Portierungen

Microsoft hat Dot-Net Core 2.0 veröffentlicht. Das plattformübergreifende Open-Source-Projekt soll in der aktuellen Version vor allem Portierungen von dem alten .Net Framework erleichtern. Die verbesserte Linux-Unterstützung sollte Entwicklern ebenfalls helfen.

Das Open-Source-Framework .Net Core steht in Version 2.0 zur Verfügung. Parallel dazu sind ASP.Net Core 2.0, Entitity Framework Core 2.0 sowie der Dot-Net-Standard 2.0 erschienen. Die aktuellen Versionen sollen vor allem das Portieren älterer Anwendungen erleichtern, die noch auf dem klassischen .Net Framework basieren.

Dafür hat das Team vor allem die verfügbaren APIs im Vergleich zu Version 1.6 des Standards von rund 13.000 auf 32.000 erhöht. Sämtliche dieser Schnittstellen finden sich in dem Framework 4.6.1 sowie auch in .Net Core 2.0. Dank eines Kompatibilitätsmodus können nun außerdem .Net-Standard-Projekte Bibliotheken referenzieren, die mit dem Dot-Net-Framework geschrieben wurden.

Laut Microsoft sind 70 Prozent aller Nuget-Pakete API-Kompatibel zu dem Dot-Net Standard 2.0, was gemeinsam mit dem Kompatibilitätsmodus dazu führen soll, dass viele Projekte leicht auf die neue Technik migrieren können. Der Standard 2.0 wird außerdem in Mono 5.4, den Xamarin-Plattformen für Mac OS, iOS und Android sowie in einer kommenden Version der UWP unterstützt.

Zusätzlich zu den vielen neue APIs bieten Dot-Net Core 2.0 laut Microsoft deutliche Laufzeitverbesserungen. Zudem wird der JIT-Compiler Ryujit nun auch für 32-Bit x86-Chips verwendet und offiziell unterstützt werden jetzt auch macOS High Sierra, Debian Stretch oder auch SLES 12 SP2. Das Team bietet außerdem Test-Builds von Dot-Net Core 2.0 für 32-Bit ARM-Systeme unter Windows und Linux als Vorschau an. Den Plan, das Dot-Net Framework in ASP.Net Core 2.0 nicht mehr zu unterstützen, hat Microsoft nach weitreichenden Beschwerden aus der Community für die aktuelle Veröffentlichung wieder verworfen.

Entwickler, die Dot-Net Core unter Linux verwenden wollen, können dies mit Version 2.0 etwas einfacher erreichen. So gibt es dafür nun pro Chip-Architektur einen einheitlichen Build, der auf allen Distributionen mit der Glibc laufen sollte. Unterstützung für weitere C-Bibliotheken wie Musl sollen folgen. Ähnliche Verbesserungen sind auch für Windows und MacOS umgesetzt worden, so dass künftig die Targets linux-x64, linux-arm, win-x64, win-x86 und osx-x64 genutzt werden können.

Binärdateien von Dot-Net Core 2.0 und der Code stehen auf Github zum Download bereit. (Sebastian Grüner/Golem.de)

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