Im amerikanischen Bundesstaat Connecticut überlegt das State Police Officer Standards and Training Council offenbar, mit tödlichen Waffen ausgerüstete Drohnen zu erlauben. Bürgerrechtler protestieren.
Das neue Gesetz soll den Umgang mit Drohnen in dem Bundesstaat generell regeln. Es könnte laut der Webseite Islandpacket.com den Besitz von bewaffneten Drohnen verbieten, aber für die Polizei eine Ausnahme machen. Der republikanische Senator John Kissel beschwichtigt, die Drohnenführer würden eine Ausbildung benötigen, zudem wolle man die Drohnen nur “unter sehr begrenzten Umständen einsetzen.”, etwa bei Geiselnahmen.
Bürgerrechtler aber schlagen dennoch Alarm. Das Gesetz würde einen gefährlichen Präzedenzfall setzen, warnt David McGuire von der American Civil Liberties Union (ACLU) Connecticut. Auch die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) warnt vor dem Einsatz solcher Drohnen. Sie befürchtet einen missbräuchlichen Einsatz in der Community, was angesichts der tödlichen Schüsse auf Afroamerikaner in den USA nachvollziehbar erscheint.
Einige Teile des Gesetzes unterstützt ACLU hingegen. So beinhaltet das Gesetz Restriktionen im Umgang mit Drohnen und die Pflicht, Vorfälle zu melden. Zudem würde die Polizei vor dem Einsatz einer Drohne einen Durchsuchungsbefehl benötigen, außer in Gefahrenfällen und wenn die zu beobachtende Person einwilligt. Auch in North Dakota sind bewaffnete Drohnen erlaubt, allerdings nur mit nicht-tödlichen Waffen. Bundesstaaten wie Nevada, North Carolina, Oregon, Vermont und Wisconsin verbieten den Einsatz bewaffneter Drohnen hingegen komplett.
Sicherheitsexperte Bruce Schneier sieht noch ein anderes Problem, das der mangelnden Security von Drohnen. Er übt sich in Zynismus: “Unzufrieden mit einer Flotte unsicherer Überwachungsdrohnen will der Staat Connecticut nun eine Flotte unsicherer bewaffneter Drohnen einsetzen. Was soll da schon schiefgehen?”




Auch wenn für viele Deutsche schon der Term “Drohne” ideologischer, ja fast schon religiöser Reizbegriff ist: Der Einsatz fernsteuerbarer Robotiksysteme mit Waffen ist ja keineswegs neu in der Polizeipraxis der USA und immer mehr anderer Länder. Warum z.B. sollten GSG9 Mitarbeiter ihr eigenes Leben riskieren, nur weil irgendwelche Pseudopazifisten glauben, es sei “fairer”, wenn Angreifer und Angegriffener (bzw. dessen Nothelfer) sich persönlich gegenüberstehen und beide ihr Leben riskieren – oder glauben, die “Tötungshemmung” läge niedriger, wenn der Abwehrende mit kühlem Kopf und ohne direkter Eigenbedrohung “remote” entscheiden kann. Obwohl: Inzwischen mehren sich heir ja sogar die fordernden Stimmen, die eine… Mehr »
> Zudem würde die Polizei vor dem Einsatz einer Drohne einen Durchsuchungsbefehl benötigen, außer in Gefahrenfällen und wenn die zu beobachtende Person einwilligt.Na klar, dann wird einfach jeder Fall zu “Gefahr im Verzug” erklärt; die Einwilligung holt man sich dann wie genau und rechtssicher ab und wer würde da zustimmen?>Sicherheitsexperte Bruce Schneier sieht noch ein anderes Problem, das der mangelnden Security von Drohnen.Genau, denn bevor das nicht wirklich gelöst ist halte ich jede Drohne für potentiell gefährlich (von den Spielzeugen mit <500g mal abgesehen)
>Inzwischen mehren sich heir ja sogar die fordernden Stimmen, die eine Entwaffung der Polizei fordernDie “Bobbys” in England sind auch nicht mit Schusswaffen ausgerüstet, daran sieht man das es auch geht.Es dürfte aber im speziellen mehr davon abhängen wie das Umfeld ausgestattet ist. Denn wenn, wie beispielsweise in Texas, mehr als 50% der Bevölkerung bewaffnet ist, dann wäre es schon /fast/ Selbstmörderisch dort ohne Schusswaffe hinzugehen. Pauschal ist das aber auch nicht zu sagen, denn in Österreich hat auch jeder 2. einen Waffenschein und dennoch hört & liest man von dort nicht so oft von Schulmassakern und dergleichen, ergo liegt… Mehr »
Die meister Amerikaner haben braune Streifen in den Hosen, weil man dort eben so viel davon hört, dass wieder einmal etwas passiert ist – nicht nur die Schulmassaker, sondern eben Mord, Schießerei, was auch sonst. Das ist hier eben anders. Darum zieht der Amerikaner eben schneller die Waffe aus Angst vor einem “echten” Duell und nieten den echten oder vermeintlichen Angreifer eben davor um.
Ob die Tötungshemmung niedriger liegt? Möglich oder auch nicht. Vielleicht suchen Sie mal etwas über die Hemmung, wenn es um die Drohnentoten (auf amerikanisch: “Terroristen” oder “Terroristen in Ausbildung”, letzteres bei uns Kinder genannt) in Pakistan geht. Wer ist dort Schuld, wer verantwortlich? Aktuell niemand, oder kennen Sie jemanden, der vor Gericht gestellt wurde? Die Hemmung, dort auf den Knopf zu drücken, der Menschen das Leben kostet, ist dort sicher deutlich unterentwickelt. Wie mag das wohl sein, wenn das “Ziel” ein Afroamerikaner oder ein Hispanic in einer Gegend ist, die von der Polizei eh stundenweise oder komplett gemieden wird? Noch… Mehr »