Aus Linux-Magazin 03/2007

Wie sich Windows Vista mit populären Open-Source-Anwendungen verträgt

Wer Windows Vista nutzt, muss auf freie Software und Verbindungen zur Linux-Welt nicht verzichten. Eine Umfrage in der Szene gibt Aufschluss über die Güte der Zusammenarbeit.

Ob Büroanwendung oder Dateisystemverbindung, ob Virtualisierung, Browser oder Mailclient – die Palette der Anwendungen und Technologien, die sich auf Windows Vista einstellen müssen, ist ganz schön groß. Bei einer Blitzumfrage zeigten sich Projekte und Firmen jedoch unbeeindruckt.

VMware virtualisiert

Anders als das auf Servervirtualisierung spezialisierte Xensource hat VMware mit seiner Virtualisierungslösung auch Desktopsysteme im Visier. Wolfram Weber, Manager Field Systems Engineers von VMware, blickt Microsofts jüngstem Streich entspannt entgegen.

“Unsere Produkte unterstützen Vista bereits seit einigen Monaten als Gastbetriebssystem in virtuellen Maschinen. Mehrere Versionen unserer Produkte haben wir erfolgreich mit der Vista-Betaversion getestet und auf diese abgestimmt. Die 32-Bit-Version von Vista arbeitet mit den aktuellen Versionen von VMware Workstation, VMware ACE, VMware GSX Server, VMware Server und VMware ESX Server zusammen. Die 64-Bit-Version unterstützt die aktuellen Versionen von VMware Workstation, VMware Server sowie VMware ESX Server. Der Vista-Betrieb in den virtuellen Maschinen von VMware ist nahezu uneingeschränkt möglich. Unsere aktuell laufende Entwicklung bezieht Vista als Host-System ein. Konkret bedeutet dies, dass VMware Workstation 6.0, die sich zurzeit in der öffentlichen Betaphase befindet, Vista auch als Host-Betriebssystem akzeptiert.”

Open Office funktioniert

Die freie Office-Suite Open Office hat sich bereits seit einiger Zeit als Alternative zum Microsoft-Office-Paket etabliert. Für Florian Effenberger, Sprecher von Openoffice.org ist der Einsatz unter Vista kein Thema.

“Openoffice.org funktioniert in der aktuellen Version 2.1 bereits problemlos unter Microsoft Windows Vista. Die Installation läuft wie gewohnt ab und das Programm kann jeder ohne Einschränkungen benutzten. Mit der Version 2.2, die voraussichtlich im Frühjahr erscheint, erfolgen noch verschiedene Anpassungen an spezielle Funktionen von Windows Vista, um beispielsweise vom neuen Dateidialog oder den erweiterten Icons und Thumbnails Gebrauch zu machen. Benutzer, die auf Microsoft Windows Vista upgraden, können Openoffice.org bedenkenlos und ohne Probleme auf dieser Plattform einsetzen.”

NTFS-Treiber ist angepasst

Die NTFS-Unterstützung für Linux ist das Steckenpferd des Unternehmens Paragon Technologie. Konstantin Komarov, CEO von Paragon: “Weil Vista mehr NTFS-Funktionen verwendet als XP, haben wir unseren NTFS-Treiber für Linux entsprechend angepasst. Das ging ohne Schwierigkeiten. Die neue Version, die Anfang Februar auf den Markt kommt, arbeitet reibungslos mit Vista. Außerdem ist sie 64-Bit-kompatibel.”

Mozilla ist beim Feintuning

Der Firefox-Browser hat dem Internet Explorer bereits spürbar Marktanteile abgenommen. Der Mailclient Thunderbird ist das zweite Flaggschiff unter den Mozilla-Anwendungen. Ganz problemlos ist die Umstellung auf Windows Vista allerdings nicht verlaufen. Tristan Nitot, President von Mozilla Europe, nimmt dazu Stellung.

“Firefox läuft bereits unter Vista. Allerdings führt Vista neue APIs ein, unter anderem eines, das für die Einstellung des Default-Browsers zuständig ist. Die von Vista dafür verwendeten Methoden unterscheiden sich von den Vorgängern. Aus diesem Grund ist es derzeit nicht möglich, die aktuelle Version von Firefox zum Standardbrowser zu machen. In der kommenden Firefox-Version 2.0.0.2, die schon Ende Januar erscheinen soll, ist dieses Problem aber behoben. Bei Thunderbird gibt es ein vergleichbares Problem, das in der Version 2 oder etwas später behoben sein sollte. Thunderbird 2 ist für das erste Quartal geplant.”

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