Am 26. August 1991 machte der Student Linus Torvals öffentlich, dass er an einem Minix-ähnlichen Betriebssystem arbeitet. Was sich in den folgenden 25 Jahren aus dem Hobbyprojekt entwickelte, sucht seinesgleichen. Das Linux-Magazin macht das Jubiläum natürlich zum Hauptthema und packt auf zwei DVDs, was nur geht.
“Hallo an alle da draußen mit Minix, ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem für 386- (und 486-)AT-Klone. (Ist nur ein Hobby, es wird nicht groß und so professionell wie GNU.) Das Basteln geht seit April, und es beginnt fertig zu werden. Ich freue mich über Feedback von Leuten, die Minix mögen/nicht mögen.”
Am 26. August jährt sich das http://comp.os.minixPosting des 21-jährigen Linus Torvalds zum 25 Mal. Die Bekanntgabe des Hobbyprojekts im studentisch geprägten Minix-Kreis gilt als Geburtsstunde von Linux. Drei Wochen später landeten die 10 000 Zeilen Code der Version 0.01 auf dem FTP-Server seiner Uni.
Obwohl man den damaligen Minix-Entwicklern sehr große Sachkenntnisse zu Betriebssystemen unterstellen darf, wird niemand behaupten auch nur ansatzweise die Bedeutung des Posting begriffen zu haben. Denn in den folgenden zweieinhalb Jahrzehnten hat sich Linux Stück für Stück zu seiner heutigen Größe aufgerichtet. Und um die Zukunft des freien Systems muss niemandem bange sein.
Geburtstagsüberraschung
Um das Jubiläum gebührend zu begehen, hat sich die Linux-Magazin-Redaktion entschlossen, mit DVD-Inhalten aus allen Böllerrohren zu schießen. Weil der viele Inhalt nicht auf einen (sowieso schon doppelseitigen) Datenträger passt, gibt es diesmal zwei. Das absolute Highlight, das auch den höheren Heftpreis rechtfertigt (am Kiosk, Abonnenten zahlen nichts extra), bildet das Linux-Magazin HTML-Mega-Archiv, das zwischen der allerersten Ausgabe 10/1994 und der 9/2016 alles umfasst (Abbildung 1). Auch eine Java-6-basierte Volltextsuche ist dabei.
Das gedruckte Magazin feiert in seinem Schwerpunkt weiter. Ab Seite 22 kommen Aktivisten zu Wort, die sich in ganz verschiedener Weise um Linux verdient gemacht haben. Der darauf folgende Distributionen-Artikel vermittelt sowohl die Vielfalt von Open Source als auch der Community Sinn für Ironie.
Wer zum Wesen der Kernelentwicklung vordringen will, muss sich die Linux Kernel Maining List vornehmen. Nichts spiegelt die oft mühseligen Umstände, aber auch die Konflikte der Entwicklung besser wider. Wer das 20 Jahre umfassende Mailinglisten-Archiv systematisch durchforstet, dem treibt auch reichlich Fäkalvokabular der Hacker entgegen.
Die Redaktion hat Perlmeister Michael Schilli losgeschickt, als eine Art Digitalkanal-Arbeiter dem rüden Ton statistisch auf den Grund zu gehen. Am häufigsten ging ihm Scheißdreck (“Crap”) ins Netz. Wer am fleißigsten verbale Fäkalien absonderte, gibts ab Seite 38 nachzulesen. Eines ähnlichen Themas hat sich zudem Sysadmin-Kolumnist Charly verschrieben. Er münzt “The Fuck” aber zu etwas sehr Praktischen um. Wohl bekomm’s.




