NIFIS: Google sammelt Metadaten beim Telefonieren

Die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V (NIFIS) hat die Datenschutzerklärung von Google analysiert. Die herstellerunabhängige Selbsthilfeorganisation kommt zum Ergebnis, dass Nutzer von Android-Smartphones damit rechnen müssen, dass die Metadaten ihrer Gespräche aufgezeichnet und ausgewertet werden.

Die NIFIS hat sich zur Analyse des Datenschutztextes von Google mit dem internationalen Information Security Forum des Diplomatic Council zusammengetan, dass auch die Vereinten Nationen berät.

Google räume sich laut Datenschutzerklärung die Möglichkeit ein, Telefonnummer, Anrufernummer, Weiterleitungsnummern, Datum und Uhrzeit von Anrufen, Dauer von Anrufen, SMS-Routing-Informationen und Art der Anrufe in Telefonieprotokollen zu erfassen und zu speichern, teilt die NIFIS mit. Zwar werde das Telefonat nicht belauscht, für den NIFIS-Vorsitzende RA Dr. Thomas Lapp ist allerdings dennoch klar, dass Google aus den Metadaten verknüpft mit weiteren Informationen tief in die Privatsphäre eindringen, Beziehungsgeflechte aufspüren und den sozialen Kontext herausfinden könne.

Für den NIFIS-Vorsitzenden dürfte die Datenschutzerklärung von Google zwar nach deutschem Recht ungültig sein, weil die informierte Einwilligung fehlt. E sei kaum davon auszugehen, dass die meisten Android-Nutzer verstehen, dass Google sich herausnimmt, die Metadaten aller ihrer Gespräche auszuwerten, so Lapp. Dieses Verständnis wäre aber die Voraussetzung für die Rechtsgültigkeit der Erklärung. „Das ändere allerdings nichts daran, dass Google genau dieses Recht für sich in Anspruch nimmt”, erläutert Lapp.

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