Aus Linux-Magazin 06/2016

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Prettyping und Asciiflow

Abbildung 1: Hier geht's bunt zu: Prettyping visualisiert im Textterminal Ping-Statistiken.

Kolumnist Charly stimmt es froh, dass es noch Menschen gibt, die sinnvolle Tools für Terminals programmieren. Heute bricht er eine Lanze für zwei dieser Ritter der Konsolen-Runde: Das eine Tool verwandelt schnöde Ping-Angaben in bunte Statistiken, das andere stellt ein Konstruktions-Set für Ascii-Grafiken ins Netz.

Eine Trophäe für Recken ist Prettyping [1], ein Shellskript, das sich als Wrapper um das Ping-Kommando legt. Es liest dessen Ausgaben, führt Buch über Laufzeiten sowie Paketverluste und zeigt auf der Konsole in Klötzchengrafik die Durchschnittswerte sowohl seit dem Start des Tools an als auch über die letzten 60 Sekunden (Abbildung 1).

Das Skript läuft auf jedem System, auf dem es eine Bash und Awk vorfindet, also auch unter OS X und wahrscheinlich in der neuen Linux-Umgebung auch unter Windows 10. Prettyping erkennt selbst, ob es in einem Terminal läuft und wie breit dieses ist, und skaliert seine Ausgabe entsprechend. Wem die Ausgabe zu clownesk vorkommt, der kann sie mit »–nocolor« auch monochrom haben. Parameter, die Prettyping nicht kennt, reicht es an das Ping weiter.

Abbildung 1: Hier geht's bunt zu: Prettyping visualisiert im Textterminal Ping-Statistiken.

Abbildung 1: Hier geht’s bunt zu: Prettyping visualisiert im Textterminal Ping-Statistiken.

Alles <–|__Ascii__|

Wer RFCs liest, findet dort gelegentlich kleine Ascii-Grafiken, die Zusammenhänge kompakter darstellen als es mit Sätzen möglich wäre. Solche Schaubilder mit Kästchen und Pfeilen schreinert der Autor jedoch umständlich mit Ascii-Symbolen wie den Plus- und Minuszeichen, (Back-)Slashes und der Pipe zusammen. Klar, irgendwann haben sich ein paar Betroffene Hilfsmittel geschrieben, aber keines ist so einfach und intuitiv zu bedienen wie Asciiflow [2].

Asciiflow ist eine Webseite, die zunächst wie ein leeres Blatt Karopapier aussieht. Am oberen Rand gibt es eine Symbolleiste. Hier kann ich Kästchen, Linien, Pfeile, Text und so weiter auswählen und einfach mit der Maus in das leere Blatt einzeichnen (Abbildung 2). Wenn ich mit dem Werk zufrieden bin, klicke ich auf das Export-Symbol – und schwupp liegt die fertige Ascii-Grafik in meiner Zwischenablage. Eine Importfunktion besitzt Asciiflow ebenfalls. Mein ausführliches Fazit dazu: \o/.

Abbildung 2: Ein paar mit Asciiflow gezeichnete Kästen sagen manchmal mehr als 1000 Worte.

Abbildung 2: Ein paar mit Asciiflow gezeichnete Kästen sagen manchmal mehr als 1000 Worte.

Der Autor

Charly Kühnast administriert Unix-Systeme im Rechenzentrum Niederrhein. Zu seinen Aufgaben gehören Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ.

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