Aus Linux-Magazin 02/2016

Werkzeuge im Kurztest

Im Kurztest: Dxirc 1.20.0, XS-HTTPD 3.7, Nmap 7.0, Megafont Next, Isync 1.2.1, Zeal 0.2.1

Dxirc 1.20.0

Schlanker IRC-Client

Quelle: http://www.dxirc.org

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Weechat, Irssi

Dxirc ist einschlanker Client für den IRC (Internet Relay Chat). Neben einer Linux-Variante bieten die Entwickler auch Versionen für Windows und OS  X an. Die aktuelle Dxirc-Ausgabe unterstützt das Einbinden eigener Lua-Skripte und spricht endlich auch IPv6.

Im Gegensatz zu anderen Clients kommt Dxirc ohne vordefinierte Serverliste. Benutzer geben diese sowie ihre Zugangsdaten von Hand ein. Außerdem legen sie fest, welche Channel sie nach dem Verbindungsaufbau betreten möchten und ob sie die Übertragung per SSL wünschen. Wer es eilig hat, nutzt die Quick-Connect-Option, die ihre Verbindungsparameter jedoch nicht speichert.

Der Einrichtungsdialog ist sehr übersichtlich und bietet viele Möglichkeiten, das Erscheinungsbild oder die Tastaturbelegung des IRC-Clients anzupassen. Dxirc kennt leider nicht alle gängigen IRC-Befehl. Das Kommando »/leave« zum Verlassen eines Channels fehlt beispielsweise; Nutzer schließen stattdessen den Reiter in der Programmoberfläche.

 

Dxirc sieht zwar gut aus, überzeugt aber nicht ganz. So fehlt neben bekannten IRC-Kommandos vor allem eine Liste der wichtigsten IRC-Standardnetze – ein Minuspunkt für Nutzer, die auf vielen Chatservern unterwegs sind.

XS-HTTPD 3.7

Schlanker Webserver

Quelle: http://www.stack.nl/~johans/xs-httpd

Lizenz: BSD

Alternativen: Lighttpd, Nginx

Wer nach einemRessourcen-schonenden und schnellen Webserver für den privaten oder semiprofessionellen Bereich sucht, für den ist XS-HTTPD vielleicht das Richtige. Obwohl der Server schlank ist, müssen Anwender nicht auf wichtige Funktionen wie Server Side Includes oder CGI verzichten und erhalten damit auch Unterstützung für PHP, Perl oder andere Skriptsprachen. XS-HTTPD ist IPv4- und IPv6-kompatibel.

Die Einrichtung ist schnell erledigt. Das Quellarchiv enthält eine Beispielkonfiguration, die sich als Vorlage für den eigenen Server eignet. Das XS-HTTPD-Archiv enthält zudem einige Verwaltungstools, die Benutzern beim Administrieren zur Hand gehen. Das Programm »httpdc« beispielsweise steuert den Webserver interaktiv, Admins können damit Statusabfragen stellen, den Server starten und stoppen. Das Tool »xsindex« erzeugt eine Datei »index.html« aus dem Inhalt eines Verzeichnisses, und »xspasswd« beziehungsweise »xschpass« unterstützen den Anwender beim Verwalten von Passwörtern. Die mitgelieferten Manpages sind eine Pflichtlektüre.

 

XS-HTTPD eignet sich gut als kleiner Webserver für ältere Rechner und punktet mit einer schnellen und übersichtlichen Konfiguration.

Nmap 7.0

Leistungsfähiger Portscanner

Quelle: https://nmap.org

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Dosscan Pnscan

Das Tool Nmap ist der De-facto-Standard, wenn es darum geht, offene Ports und darauf lauschende Dienste aufzuspüren. Nmap gibt es seit 18 Jahren – seit der letzten Release sind aber auch schon dreieinhalb Jahre vergangen. Version 7, die kürzlich erschien, kann sich sehen lassen und wartet mit zahlreichen interessanten Verbesserungen auf.

So erweiterten die Entwickler beispielsweise die Nmap Scripting Engine (NSE). Neu hinzugekommen sind unter anderem »oracle-brute-stealth« und »ssl-heartbleed« , die Anwender genau wie die anderen Skripte mit »-script« übergeben. Zum Suchen nach Konfigurationsfehlern steht der Helfer »firewall-bypass« bereit. Auch Kernfunktionen wie »dns-ip6-arpa-scan« , »ike-version« , »snmp-info« oder »rpc-grind« sind in der neuen Version als Skripte implementiert.

Nmap 7 enthält eine verbesserte IPv6-Unterstützung. Der Scanner bietet nun Idle Scan und CIDR Style Range Scanning sowie ein überarbeitetes OS-Fingerprinting an. Die aktuelle Ausgabe punktet zudem mit einer aufpolierten Versionserkennung für Dienste und einem Lua-Interpreter.

 

Ein Update auf das neue Nmap lohnt sich. Es bietet zahlreiche neue Helferskripte zum Aufspüren bekannter Schwachstellen sowie wichtige Verbesserungen im IPv6-Bereich.

Megafont Next

Truetype-Schriften

Quelle: http://www.softmaker.de/megafont.htm

Lizenz: proprietär (bis zu drei Computer)

Alternativen: Open Fonts Library, Freetype

Benutzer, die Präsentationen, Flyer oder Briefe gestalten möchten, suchen oft nach der passenden Schriftart und haben meist konkrete Vorstellungen, wie der Font aussehen soll. Ist bei der Standardinstallation der Linux-Disribution nichts Passendes dabei, kommt Abhilfe in Form der DVD Megafont Next aus dem Hause Softmaker. Für knapp 40 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) gelangen 5000 Schriftarten auf den Computer.

Für die meisten Anwendungsfälle dürfte sich da etwas Brauchbares finden: Serifenschriften und serifenlose, Druckschriften, Schreibschriften, Frakturschriften und vieles mehr. Im Gegensatz zu so manchem Downloadangebot sind die mitgelieferten Fonts durchaus hochwertig. Sie enthalten vollständige Zeichensätze mit Umlauten und Akzenten, das Eurozeichen und das kaufmännische Und. Auch Ligaturen, also Buchstabenverbindungen, fehlen in den dazu geeigneten Schriften nicht.

Auf der DVD-Hülle findet sich der nicht ganz eindeutige Hinweis “für PC und Mac”. PC schließt in diesem Fall Linux-Systeme mit ein. Zwar liegt kein eigenes Installationsprogramm bei, doch ist das manuelle Einspielen sehr einfach. Sollen die Fonts systemweit verfügbar sein, kopiert der Benutzer Root den gewünschten Schriftenordner mit den TTF-Dateien von der DVD ins Verzeichnis »/usr/share/fonts« . Daraufhin sollte ein »fc-cache -v« folgen, das die neuen Schriften mit dem System bekannt macht.

 

Megafont Next bietet viele hochwertige Schriften für jeden Einsatzzweck. Die Sammlung ist zu einem moderaten Preis erhältlich. (jcb)

Isync 1.2.1

Postfächer synchronisieren

Quelle: http://isync.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Offline Imap

Wer seine E-Mails lokal abspeichern und nicht unbedingt einen Mailclient dazu starten möchte, der nutzt einfach ein Tool wie Isync. Nach dem Auspacken und Kompilieren der Quellen erhalten Benutzer das Programm »mbsync« . Warum die Entwickler diesen Namen nicht auch für das Gesamtprojekt gewählt haben, bleibt ein Rätsel, denn ein OS-X-Programm, das sich um das Abgleichen von Aufgaben, Adressen und Terminen kümmert, heißt ebenfalls Isync.

»mbsync« gleicht lokale und entfernte Mailboxen miteinander ab und unterstützt neben dem IMAP-4-Protokoll auch das Maildir-Format. In der Voreinstellung kommuniziert das Tool die Statusänderungen beim Datenabgleich in beide Richtungen, überträgt neue Nachrichten und entfernt gelöschte. Um Konflikte zu vermeiden, greift es auf den Unique Message Identifier (UID) zurück. So ist jede Nachricht eindeutig. Eine Trash-Funktion legt Sicherungskopien der gelöschten Mails an.

Den Synchronisationsstatus speichert »mbsync« als Textdatei ab. Das Tool achtet darauf, dass keine konkurrierenden Zugriffe auf die Statusdatei erfolgen. Für die sichere Kommunikation mit dem Mailserver unterstützt es TLS/SSL und STARTTLS. In der Konfigurationsdatei »~/.mbsyncrc« definieren Anwender die Zertifikatsdatei. Im Archiv ist eine Einrichtungsdatei enthalten, die als Vorlage dienen kann.

 

Abgesehen von dem etwas unglücklichen Projektnamen macht das Tool eine gute Figur. Es unterstützt die verschlüsselte Kommunikation und achtet darauf, dass beim Abgleichen keine Nachricht verloren geht.

Zeal 0.2.1

Dokumentationen offline lesen

Quelle: https://zealdocs.org

Lizenz: GPlv3

Alternativen: Devhelp, Devdocs

Viele Anwender speichern oft benötigte Handbücher zu Anwendungen oder Programmiersprachen auf der Platte ab, damit diese auch ohne Internetverbindung verfügbar sind. Der Qt-basierte Offlinereader Zeal unterstützt sie beim Verwalten der Dokumente. Inspiriert von Dash, das OS-X-Nutzern schon lange gute Dienste leistet, übernahmen die Zeal-Entwickler auch das Documentset-Format der Apple-Software. Damit stehen in Zeal über 160 verschiedene Handbücher zum Download bereit, unter anderem zu Ansible, Apache oder MySQL. Auch Anleitungen zu Open GL, Mono, Python und Perl sind erhältlich.

Benutzer wählen in der Zeal-Konfiguration aus, welche Handbücher sie auf dem Rechner speichern möchten. Das Tool bietet diese nach dem Download in der linken Navigationsleiste an. Zeal ordnet geöffnete Handbücher oder Kapitel aus diesen im Hauptfenster auf Reitern an. Die Bedienung ist intuitiv, eine Suchfunktion hilft beim Aufstöbern bestimmter Stichwörter.

Die Projektseite biete außerdem mehrere Plugins zum Download an, mit denen Anwender Zeal in die Entwicklungsumgebung ihrer Wahl einbinden können. Unter den 30 Erweiterungen finden sich solche für Intellij IDEA, Kdevelop, Kile, Emacs, Eclipse oder Vim, auch kleinere Editoren wie Bbedit oder Atom berücksichtigten die Zeal-Entwickler.

 

Zeal hilft Anwendern zuverlässig beim Archivieren und Verwalten ihrer lokal gespeicherten Handbücher. Damit ist das Tool ein zuverlässiger Begleiter für Nutzer, die offline oder mit geringer Bandbreite von unterwegs arbeiten wollen.

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