In einem für seine Verhältnisse langen Statement hat Linus Torvalds den RC1 von Linux 4.2 angekündigt und damit zugleich das Merge Window geschlossen. Damit stehen die neuen Features für den Kernel 4.2 weitgehend fest.
Man habe mehr für den RC1 von Kernel 4.2 mehr als eine Million Zeilen neuen Code ergänzt und eine Viertelmillion entfernt und so in Sachen Codezeilen einen neuen Rekord aufgestellt, erklärt Torvalds in der Ankündigung auf der Kernel-Mailingliste. Dafür seien hauptsächlich die neuen AMD GPU Register Description Header verantwortlich, die 41 Prozent der Gesamt-Patches für den Release-Kandidaten 1 ausmachen. Daneben gehen noch weitere 8 Prozent auf das Konto von AMD. Es sei ungewöhnlich, dass ein einzelner Treiber die Hälfte des RC1-Codes in Anspruch nehme, schreibt Torvalds. Er weist zudem auf einen erneuerten Treiber für die Renesas H8/300-Architektur hin und auf eher selten anzutreffende Low-Level-Änderungen am x86-ARM-Code.
Zu den weiteren Änderungen gehört, dass das CIFS-Protokoll nun mit Version 3.1.1 des SMB-Protokolls zurecht kommt. Das XFS-Dateisystemgreift über das DAX-Interface auf Geräte mit persistentem Speicher zu und F2FS verschlüsselt einzelne Dateien. Ext4 kann neuerdings Platz in existierenden Dateien mit einer Reihe von Nullen füllen.
Im Netzwerkbereich klassifiziert das neue Netfilter-Subsystem Pakete nach ihrem Eintrittszeitpunkt in ein Netzwerk. Daneben gibt es einen neuen Paketsichter namens “Flower”, der sich auf Basis einer Kombintion von Paketschlüsseln und Masken konfigurieren lässt. Ein Treiber für das Tunnel-Framework Geneve wird Teil des Netzwerksystems und soll die Netzwerk-Virtualisierung voranbringen.
Zu den weiteren Neuerungen gehört ein Zufallszahlengenerator, der Zufall erzeugt, indem er sich auf Schwankungen in der CPU-Ausführungszeit stützt. Der KVM-Hypervisor unterstützt nun mehrere Adressräume und einen System-Management-Modus. Beide kommen der Secure-Boot-Fähigkeit von Gästen zugute. Nicht zuletzt unterstützen Unix-Domain Sockets jetzt den Systemaufruf “splice()” und kann der Kernel Security-Module generisch miteinander kombinieren.




