Aus Linux-Magazin 02/2015

Werkzeuge im Kurztest

Im Kurztest: Pkgdiff 1.6.3, Load Avg 2.0, Mlock 0.2, LXCF 0.11, Mlterm 3.4.0, Pimp my Log 1.7.4

Pkgdiff 1.6.3

Pakete miteinander vergleichen

Quelle: http://lvc.github.io/pkgdiff

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Wer den Inhalt von zwei RPM-, Deb- oder Tar.gz-Paketen miteinander vergleichen möchte, muss normalerweise beide Archive entpacken und dann ein Tool wie Diff bemühen. Komfortabler geht es mit Pkgdiff, das die Pakete gegenüberstellt und anschauliche Berichte im HTML-Format erzeugt. Das Perl-Skript unterstützt die Formate RPM, SRPM, Tar (kombiniert mit verschiedenen Kompressionstools), Deb und Deb-SRC.

Anwender übergeben beim Aufruf beide Pakete. Die HTML-Dateien legt Pkgdiff im Ordner »pkgdiff_reports« ab, sortiert nach Paketnamen und -versionsnummern. Die Schalter »-minimal« , »-quick« und »-details« bestimmen, wie ausführlich die Berichte sind. Weitere Aufrufparameter beeinflussen die Behandlung von Leerzeichen oder -zeilen.

Praktisch ist auch der Parameter »-size-limit« , um eine Größenbegrenzung für Pakete festzulegen. Er empfiehlt sich vor allem dann, wenn Anwender Repositories mit vielen Dateien prüfen möchten. Die Dokumentation erklärt, wie Nutzer mit einer XML-Datei eine Gruppe von Paketen analysieren.

 

Pkgdiff eignet sich sowohl für Entwickler, die ihre neuen Pakete kontrollieren möchten, als auch für Anwender, die Fehler in selbst kompilierten Programmen suchen. Das Perl-Skript erzeugt ansprechende Berichte, die beim Vergleichen und Analysieren helfen.

Load Avg 2.0

Systemlast im Blick

Quelle: http://www.loadavg.com

Lizenz: AGPLv3

Alternativen: Sysusage

Load Avg erfasst die Last und den Speicher- und Ressourcenbedarf von Servern, erzeugt daraus Verlaufsgraphen und präsentiert diese im Browser. Das PHP-Tool benötigt einen Webserver sowie PHP 5.0 oder neuer. Optional können Admins es mit SSL absichern.

Die Weboberfläche zeigt die aktuelle Systemauslastung in mehreren Graphen an. Welche Daten das Tool präsentiert, bestimmen Anwender über »Settings« . Load Avg enthält Module für die CPU, das Netzwerk, den Speicher, die Festplatte(n), MySQL, Apache und SSH. Das Menü »Server« bringt Informationen zur Grundkonfiguration, über den Arbeitsspeicher, den oder die Prozessoren sowie den Kernel. Außer der Webschnittstelle bringt Load Avg das Skript »logger.php« mit, das die Daten einsammelt.

Ein Crontab-Eintrag wie im Beispiel auf der Projektseite sorgt für automatischen Betrieb. Im Gegensatz zu vergleichbaren Programmen benötigt Load Avg kein Datenbank-Backend, sondern verwaltet die erfassten Daten in eigenen Logs.

 

Load Avg ist ein nützliches Tool, das Anwendern Auskunft über die Systemauslastung ihres Servers gibt. Allerdings eignet es sich nur für einen Rechner. Wer mehrere Server im Blick behalten möchte, sollte auf andere Monitoringtools zurückgreifen.

Mlock 0.2

Dateien verschlüsseln

Quelle: http://andre-simon.de/doku/mlock/en/mlock.php

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Gnu PG

Mlock bietet eine Shell-Schnittstelle zum Kryptographieverfahren Minilock, das komplizierte Techniken wie PGP oder Gnu PG ablösen will, indem es vor allem das Hantieren mit privaten und öffentlichen Keys eliminiert. Um eine Minilock-ID zu erzeugen, rufen Anwender Mlock zusammen mit »-m« und der eigenen Mailadresse auf. Die Passphrase muss aus mehreren Wörtern bestehen und mindestens 41 Zeichen lang sein. Die Eingabe erfolgt einmalig und ist verdeckt – wer sich vertippt, hat Pech gehabt.

Um eine Datei zu verschlüsseln, geben Benutzer diese hinter »-E« an; sie erhält die Endung ».minilock« . Wer einen anderen Namen vergeben möchte, hängt diesen an »-o« an. Um ein File für einen Dritten wegzuschließen, übergeben Nutzer hinter dem Parameter »-r« dessen ID. Es ist möglich, mehrere Empfänger zu definieren. Über »-x« schließlich nehmen Nutzer ihre eigene Minilock-ID aus und haben damit keinen Zugriff mehr auf die verschlüsselte Datei.

Zum Entschlüsseln dient »-D« ; auch hier sind wieder die Passphrase und die Mailadresse gefragt. Letztere dient dabei als Salt-Element.

 

Vom Namen sollten sich Anwender nicht abschrecken lassen – Mlock kann auch mit großen Dateien umgehen. Das Tool ist schnell und performant.

LXCF 0.11

Virtuelle Umgebungen

Quelle: http://lxcf.sourceforge.jp/index.html.en

Lizenz: GPLv2

Alternativen: LXC, Virtenv

Linux Containers (LXC) virtualisiert mehrere voneinander isoliert laufende Linux-Systeme auf einem einzigen Host. Das Framework LXC Facility, kurz LXCF, erzeugt im Handumdrehen neue Container oder verwaltet bestehende. Es nutzt dazu die Libvirt-Bibliothek.

Anwender steuern LXCF über Aufrufparameter oder interaktiv über die LXCF-Shell. Die Befehlspalette umfasst Ressourcen- und Containerverwaltung, das Starten und Stoppen einzelner Umgebungen sowie das Steuern von Batchjobs. Einen neuen Container erzeugen und starten Nutzer mit »sysgen« , gefolgt von einem eindeutigen Namen. Die Kommandos »cpurate« beziehungsweise »memlimit« schränken den verfügbaren Arbeitsspeicher und die CPU-Performance ein, um Ressourcen zwischen Gast und Host optimal aufzuteilen.

Einen Blick auf die aktuelle Konfiguration wirft »show« , »update« spielt Patches ein und »deploy« aktualisiert das Container-Betriebssystems. Eine Übersicht aller verfügbaren Umgebungen liefert das Kommando »list« . In der Voreinstellung starten die Container nach einem Reboot des Hosts nicht automatisch neu. Ist das erwünscht, kennzeichnen Anwender solche Umgebungen mit »autostart« . Eine Auflistung aller LXCF-Befehle stellt »helpcmd« bereit. Die Manpage und das Readme enthalten eine umfangreiche Anleitung und viele Beispiele.

 

LXCF erzeugt neue Container in wenigen Minuten. Da Anwender das Tool komplett mit Aufrufparametern steuern können, eignet es sich ideal für eigene Skripte. Das interaktive Arbeiten in der LXCF-Shell ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

Mlterm 3.4.0

Mehrsprachiges Terminal

Quelle: http://mlterm.sourceforge.net

Lizenz: BSD

Alternativen: Jfbterm

Linux-Terminalemulatoren gibt es wie Sand am Meer. Der Multi Lingual Terminal Emulator on X, kurz Mlterm, unterstützt zahlreiche ISO-Kodierungen, asiatische Zeichensätze (auch Zeichen mit doppelter Breite) und bidirektionale Schriften wie Hebräisch, Arabisch oder Persisch. Der Support für indische Sprachen wie etwa Hindi ist noch als experimentell gekennzeichnet. Insgesamt beherrscht das mehrsprachige Terminal über 40 Kodierungen.

Beim Start wertet das Tool die »locale« -Einstellungen aus. Passt die Konfiguration nicht, öffnet [Strg] zusammen mit der rechten Maustaste einen Dialog, in dem Anwender Änderungen zum Encoding und zu den Schriftarten- und -größen vornehmen. Mlterm bietet hier auch Optionen, um die Farbgebung anzupassen oder Fensterrahmen sowie Scrollbalken ein- oder auszublenden. Das Tool kennt zahlreiche Aufrufparameter, die das Antialiasing einschalten, die Meta-Taste zuweisen, eine Login-Shell starten und Helligkeit und Kontrast regeln.

Interessant ist auch der Parameter »-j« , der Mlterm als Dienst startet und Anfragen von »mlclient« annimmt. Die Langfassung kennt zwei Modi: »–daemon=blend« und »–daemon=genuine« . Ersterer sorgt dafür, dass der Daemon die Arbeit einstellt, wenn der Nutzer das letzte Terminalfenster schließt, »genuine« hingegen versetzt den Dienst in eine Art Suspend. Die Anwender können zu einem späteren Zeitpunkt mit »mlclient« und dem PTY-Socketnamen die Verbindung wiederbeleben.

 

Mlterm erscheint als das perfekte Terminal für alle, die vielsprachig unterwegs sind und auch exotische Zeichensätze benötigen.

Pimp my Log 1.7.4

Serverlogs im Browser

Quelle: http://pimpmylog.com

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Analog, Awstats

Wer einen komfortablen Weg sucht, um die Logfiles eines Remoteservers zu betrachten, der sollte Pimp my Log eine Chance geben. Ursprünglich als PHP Apache Log Viewer gestartet, benannten die Entwickler im Januar 2014 ihr Tool um, da seine Fähigkeiten nicht mehr nur auf Apache beschränkt sind. Es verarbeitet inzwischen alle Protokolle, die dem Common-Logfile-Format folgen, darunter solche von Nginx, IIS, Ruby on Rails, Tomcat, SSHD und Syslog.

Anwender entpacken das Archiv im Dokumentenverzeichnis des Webservers. Zur Konfiguration benennen sie die Datei »config.example.php« in »config.user.php« um und bearbeiten sie im Texteditor. Alternativ bietet das Tool einen Einrichtungsassistenten, der die wichtigsten Daten abfragt. Dazu gehören Admin-Benutzername und -Passwort, das bevorzugte Logformat sowie die Verzeichnisse mit den Protokollen. Systemverwalter sollten darauf achten, dass Pimp my Log die Logdateien lesen darf.

In der Kopfzeile der Weboberfläche wählen Anwender die gewünschte Logdatei aus. Je nach Protokoll zeigt die Tabelle darunter unterschiedliche Spalten an. Über das Menü am oberen Rand aktualisieren Nutzer die Anzeige von Hand oder automatisch und wählen dazu ein Intervall und die Anzahl der Protokolle aus. Ein Suchfeld erlaubt die Recherche nach bestimmten Einträgen; reguläre Ausdrücke sind erlaubt. Eine Exportfunktion rundet den Funktionsumfang ab.

 

Pimp my Log bereitet Serverprotokolle übersichtlich auf, greift dazu allerdings nur auf lokale Logfiles zu. Für größere Infrastrukturen eignet sich das Tool also nicht. (U. Vollbracht/hej)

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