Seit den 80er Jahren entwickelt und vertreibt Informix relationale Datenbanksysteme mit C-ISAM und SQL-Schnittstellen sowie eine wachsende Anzahl zugehöriger Produkte.
Begonnen hat die Entwicklung mit einem Produkt, das als Kennzeichen inzwischen den Namen SE (Standard Engine) trägt: eine einfache, aber leistungsfähige relationale Datenbank. SE verwaltet Datenbanken und Tabellen als Verzeichnisse und Dateien im normalen Unix-Dateisystem. Damit ist zwar die Leistung sehr von der Filesystem-Performance des jeweiligen Betriebssystems abhängig – bei aktuellen Linux-Versionen kommt manchmal noch die Beschränkung der Datei- und damit Tabellengröße auf 2 GByte hinzu -, Installation und Wartung sind aber sehr einfach. Wer allerdings große Datenmengen verwalten will, ist mit dem Informix Dynamic Server vermutlich besser bedient.
Darf es etwas mehr sein?
Der Informix Dynamic Server (IDS) ist das Informix-Produkt für große Client-Server- und umfangreiche Web-Anwendungen. Im Gegensatz zur Standard Engine verwaltet IDS ein eigenes Dateisystem wahlweise als File in einem von Linux unterstützten Dateisystem (cooked) oder auf einer eigens dafür reservierten Partition (raw).
Das IDS-eigene Dateisystem ist transaktionsorientiert und Performance-optimiert. Das macht jedoch die Administration um einiges aufwändiger. Zwar erleichtern spezielle menügeführten Werkzeuge die Konfiguration von Parametern, die erstmalige Einstellung von Optionen zu Shared Memory und Ähnlichem erfordert aber etwas Handbuchstudium. Dafür profitiert IDS von Mehrprozessorsystemen, für die ebenfalls ein Satz von Parametern konfigurierbar ist.
Für IDS gibt es viele Zusatzprodukte zum Erstellen von Anwendungen. Neben ODBC-Treibern – von Intersolv entwickelt – und Libraries für den Datenbankzugriff aus in C geschriebenen Applikationen ist vor allem die Entwicklungsumgebung für die Informix-Programmiersprache 4GL erwähnenswert. Sie wurde für Datenbankanwendungen entwickelt: Datentypen sind mit SQL-Typen identisch, spezielle Konstrukte und eine Schnittstelle zu (Ascii-)Bildschirmformularen erlauben das schnelle Entwerfen von Applikationen.
4GL-Compiler gibt es als Native-Code- und Bytecode-Compiler im Rapid Development System (RDS). Der Native-Code-Compiler erzeugt C-Code, der dem systemeigenen C-Compiler überreicht wird, der Bytecode-Compiler baut interpretierten, plattformunabhängigen Zwischencode, wie es auch Java-Compiler tun. Wer zeitgemäße grafische Oberflächen mag, greift alternativ zum 4GL-Compiler 4J’, der die Informix- Ascii-Formulare grafisch umsetzt.
Ein Deckel für viele Töpfe
Da Informix für fast alle kommerziellen Unix-Systeme und NT verfügbar und auch überall gleich konfigurierbar ist, bietet es sich auch bei Umstellungen von Alt-Unixen auf Linux an. Seit Herbst 2000 gibt es IDS auch für Linux auf Alpha-Architektur. An der Portierung waren Compaq und SuSE beteiligt.
Auch das große Angebot an Zusatzsoftware von Informix und Drittherstellern macht Informix zur Alternative zu Open-Source-Datenbanksystemen – wenn man bereit ist, das nötige Kleingeld zu investieren. Zum Ausprobieren gibt es bei [1] eine kostenlose 30-Tage-Testversion. ( uwo)
Infos |
| [1] Informix: http://www.informix.com
[2] Informix Deutschland: http://www.informix.de [3] Informix Usergroup: http://www.iiug.org [4] Informix Newsgroup: news://comp.databases.informix [5] Informix Developer Network: http://www.informix.com/idn/ |
Der Autor |
| Michael Engel beschäftigt sich aktuell mit RISC-Prozessoren und Linux, Embedded Linux und Linux in mobilen Geräten. Seine Informix- Erfahrung resultiert aus seiner früheren Tätigkeit als Unix- und Datenbank-Fachmann bei der Firma Kirchner Datentechnik. |





