Tor-Projekt will gegen Nutzer-Blockaden vorgehen

Das Tor-Projekt sieht ein neues Problemfeld auftauchen, weil Webseiten und Content Delivery Networks (CDN) zunehmend Tor-Nutzer blockieren.

Aus diesem Grund hat es nun in seinem Blog einen Call to Arms veröffentlicht und schildert darin das Problem. Demnach erlauben Webseiten wie Slashdot und die Wikipedia keine Tor-User mehr, um deren Trollversuche zu unterbinden. Zugleich schließen auch zunehmend Content Delivery Networks anonyme Nutzer aus, was dann gleich eine größere Zahl von Webseiten betrifft, die alle die Dienste dieser CDNs nutzen. Letzteres führe laut Tor-Mitarbeiter Roger Dingledine unter anderem zu der leicht absurden Situation, dass Skype Verbindungen von IP-Adressen blockiert, deren Besitzer einen Exit Node betreiben, obwohl sich Skype nicht über Tor verwenden lässt.

Die Idee des angekündigten Projekts besteht nun entgegen dem etwas martialischen Titel des Blogeintrags darin, mit den Projekten zu reden, um die Probleme zu identifizieren und zu verstehen. In einigen dieser Fälle davon gebe es durchaus alternative Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Trollen für die geplagten Admins. Ein Ziel sei es, Success Stories zu erzählen, damit die Seitenbetreiber nicht denken, sie stünden mit dem Problem allein da. Zudem seien die Probleme verschiedenartig, brauche man also unterschiedliche Lösungen.

Das Tor-Projekt selbst bietet im Wiki eine Liste mit Diensten an, die Tor blockieren. Zugleich ermutigt die Seite “Don’t block me” dazu, Dienste aufzufordern, anonyme Nutzer nicht mehr zu behindern. Des Weiteren könne mit der EFF eine neutrale Instanz dabei helfen, das Thema populärer zu machen, auch Wissenschaftler und Forscher seien mit an Bord. Wer das Projekt in die Hand nimmt, ist noch offen. Eine finanzielle Förderung für den Posten bietet der Open Technology Fund an, aktive Hilfe soll vom Tor-Projekt selbst und von der EFF kommen.

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