Open Source im professionellen Einsatz

KDE 4 der Öffentlichkeit vorgestellt - 4.1 erscheint im Juli 2008

21.01.2008

Projektleiter Aaron Seigo stellte während seiner live auf weltweit stattfindenden Release-Partys gestreamten Keynote die neue Version von KDE vor, die Anfang der Woche veröffentlicht wurde.

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Auf dem von Sicherheitsleuten stark gesicherten Google-Campus in Mountain View, Kalifornien -- eigene Fotos waren innerhalb der Gebäude keinem Journalisten gestattet -- erläuterte Seigo die Designziele des Desktops, die auf einen Horizont von bis zu zehn Jahren ausgelegt sind. Er nannte drei wichtige Prinzipien, die bei der über zweijährigen Entwicklungszeit im Vordergrund standen: Die äußere Präsentation soll gefällig und modern wirken und den Benutzer emotional ansprechen. Mit dem Oxygen-Teilprojekt wurden dazu unter anderem über Tausend Symbole einheitlich im frei skalierbaren SVG-Format neu entworfen.

Zweites Entwurfsziel sei, die Software so zugänglich wie möglich zu machen. Dies gehe, so Seigo, über die eingebauten Funktionen für behinderte Benutzer wie beispielsweise die eine frei skalierbare Lupe weit hinaus. Er zählt dazu ebenfalls die Lokalisierung in über 60 Sprachen oder die Verfügbarkeit auf unterschiedlichen Hardwareplattformen vom Telefon über Mini-PCs bis hin zu proprietären Betriebssystemen. Die Portierung auf MacOS X und Windows habe sich beispielsweise sehr einfach gestaltet, attestierten die jeweiligen Teamleiter der Ports in kleinen Präsentationen.

Der dritte Schwerpunkt sei neue Funktionalität, die sich über viele Anwendungen erstrecke. Der neue Dokumentenbetrachter Okular zähle dazu. Er kann mehrere Dutzend Dateiformate anzeigen. Endlich sei auch das Ausfüllen von Formularen möglich. Anwender können DRM-Funktionen nutzen, der Admin kann sie aber auch deaktivieren. Viele Funktionen stehen allen Applikationen gleichermaßen zur Verfügung, darunter die um semantische Suche erweiterte Suchfunktion Nepomuk oder die multilinguale Korrekturfunktion Sonnet.

Seigo zeigte sich sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung, durch die er mehrere andere Oberflächen hinsichtlich ihrer Technologie überholt sieht. "Die Version 4.0 ist erst der Anfang", skizzierte er die weitere Roadmap. Das aktuelle Release wende sich daher auch an Poweruser, die neuste Funktionen nutzen wollen, Systemintegratoren wie Linux-Distributionen sowie vor allem an Software-Entwickler. Zwar seien noch nicht alle Anwendungen von KDE 3 portiert, aber ein Parallelbetrieb beider Versionen sei problemlos möglich, so der Entwickler.

Die nächste Version 4.1, die der Vorsitzende des KDE e. V. für Juli diesen Jahres ankündigte, habe dann auch die breite Masse an Anwendern vor Augen.

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