
Abbildung 1: Der Asus-Launcher verknüpft die Anwendungen auf dem übersichtlichen Desktop. (Bild: © Asus)
Asus stellt einen mobilen Linux-Rechner vor, der mit den Attributen klein, leicht, günstig das Zeug zum in jeder Hinsicht tragbaren Begleiter hat. Das Linux-Magazin hat den Kleinen getestet.
Die bunte Verpackung des Eee PC zielt wohl auf Jugendliche, Studenten und Familien. Zum Vorschein kommt ein Gerät, das solide verarbeitet ist, nicht knarrt und knackst und dessen Schließmechanismus tadellos und klapperfrei funktioniert. Das Schließen des Deckels schickt den Eee in den Suspend-to-RAM-Modus. Lediglich der Akku hat etwas Spiel. Bunt und im Windows-XP-Stil, den das angepasste Xandros-Betriebssystem anbietet, präsentiert sich auch die Oberfläche beim ersten Start.
Den Desktop beherrscht der Asus-Launcher, der per Klick Zugriff auf rund 40 vorinstallierte Anwendungen aus sechs Kategorien ermöglicht (Abbildung 1), Firefox 2.0.0.7, Open Office 2.0.4 und Thunderbird 2.0.0.6 zählen dazu. Ein zusätzliches Menü fehlt aber ebenso wie der direkte Zugriff auf eine Konsole, der Rechner ist nicht für Profis konzipiert. Das konnte die Tester des Linux-Magazins jedoch nicht abhalten.

Abbildung 1: Der Asus-Launcher verknüpft die Anwendungen auf dem übersichtlichen Desktop. (Bild: © Asus)
Innenleben
Im Inneren des soliden Gehäuses arbeitet ein Celeron M (900 MHz) mit dem 915-GML-Chipsatz. Grafik- und Sound-Chip stammen ebenfalls von Intel, die Netzwerklösung von Atheros (Tabelle).
Mit 512 MByte (400 MHz) fällt der Arbeitsspeicher klein aus. Er lässt sich über eine Klappe auf der Unterseite des Geräts gegen ein 1-GByte-DDR2-Modul ersetzen (Abbildung 3). Im Boden findet sich auch ein unbelegter PCIe-Steckplatz. Die Solid State Disk (SSD) mit 4 GByte Kapazität ist per SATA angebunden.
Der knappe Speicherplatz ist außer mit USB-Devices auch über einen Slot mit SD- und MMC-Karten erweiterbar. Als kleines Highlight erweist sich die Webcam, die mit der aktuellen Linux-Betaversion von Skype Videotelefonie im Fullscreen-Modus erlaubt.
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Asus Eee PC 701 (4G) |
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Systemwechsel
Mit dem Linux-Betriebssystem von Asus, das auf Xandros mit Debian 4.1.1 basiert, funktionierte die Hardware problemlos und im Test fehlerfrei. Davon angespornt verpassten die Tester dem Eee ein Ubuntu 7.10 und anschießend Zenwalk 4.8. Dass der von Asus verwendete und mit GCC 4.1.2 übersetzte Kernel 2.6.21.5 optimiert ist, zeigte sich bei diesem Vergleich. Zwar funktionierte bei den Alternativen die Hardware-Erkennung, aber Netzwerk, Webcam und ACPI-Unterstützung verlangten eine händische Installation von Treibern und Paketen ([1], [2]). Die Eee-Auflösung von 800 mal 480 Pixeln akzeptierte Zenwalk erst nach Bearbeitung der Xorg.conf.
Konsole & Co.
Zurück zur Asus-Software: Die Konsole erreichen Anwender über die Tastenkombination [Alt]+[Strg]+[T]. Hier angekommen sind Linux-typische Werkzeuge verfügbar. Entwicklertools wie Compiler fehlen jedoch. Die Paketverwaltung auf der Konsole beschafft via »apt-get« und »aptitude« in begrenztem Umfang fehlende Pakete und ist der rudimentären Softwareverwaltung über die grafische Oberfläche vorzuziehen.
Aber: Pakete, die nicht von Asus stammen, sind wegen der herstellerseitigen Anpassungen mit Vorsicht zu genießen, auch wenn das System auf Xandros/Debian aufbaut. Die Installation der aktuellen Skype-Beta via »dpkg« verlief aber problemlos. Eine Auswahl zusätzlicher Software für den Eee ist unter [3] und [4] zu finden.
Oberflächliche Arbeiten
Die einfach gehaltene grafische Oberfläche ist leicht anpassbar, Icewm kommt als Windowmanager zum Einsatz. Experimentierfreudige fügen ein Startmenü hinzu, indem sie die Datei »/etc/X11/icewm/preferences« in den zuvor erstellten Ordner ».icewm« kopieren und anpassen. Eine »1« statt einer »0« hinter dem Eintrag »TaskBarShowStartMenu« erzeugt ein rudimentäres Menü (Abbildung 2), das sich über die Datei ».icewm/menu« editieren lässt. Eine »1« hinter »TaskBarShowWorkspaces« in der Datei ».icewm/preferences« sorgt für die Anzeige der vier Workspaces, die sonst brachliegen.
Eine vollwertige grafische KDE-Oberfläche ist nach der Installation der Pakete »kicker« und »ksmserver« via »apg-get install« möglich, die dem Ausschalt-Menü den Unterpunkt »Full Desktop« hinzufügt. Ein Klick drauf genügt, und nach einem Neustart des X-Servers erscheint die alternative Oberfläche mit Zugriff auf weitere grafische Anwendungen.

Abbildung 2: Der Windowmanager Icewm gestattet mit ein paar Handgriffen die Umgestaltung des Asus-Launcher zum nahezu vollwertigen Desktop mit vier Arbeitsflächen und Startmenü.

Abbildung 3: Noch erweiterbar: Unter einer Klappe auf der Geräteunterseite finden sich je ein RAM- und PCIe-Steckplatz.
Usability
Dank eines Akkus mit 5200 mAh hielt der PC im Test durchschnittlich drei Stunden und 20 Minuten bei eingeschaltetem WLAN durch. Dass die verbaute Hardware nicht ganz neu und damit nicht besonders Strom sparend ist, macht sich bemerkbar. Mit Netzteil betrieben hat der Eee eine Leistungsaufnahme von rund 15 Watt.
Der externe VGA-Anschluss des Kleinstnotebooks ist voll nutzbar. Im Test fütterte der PC ein angeschlossenes TFT-Display mit 1400 mal 1050 Pixeln problemlos. Die Betriebsarten Klon-Mode und Nur-Extern ließen sich aktivieren, Split-Screen allerdings nicht. Da das 7-Zoll-Display auf Dauer anstrengt, ist bei stationärem Arbeiten ein externer Monitor empfehlenswert. Eine externe Tastatur lohnt dann ebenfalls. Die vollwertige, aber sehr kleine Tastatur lässt trotz ihres angenehmen Druckpunkts kein schnelles Schreiben zu, schon gar nicht im Zehn-Finger-System.
Fazit
Der Eee PC ist ein winziges, aber doch nahezu vollwertiges Notebook ohne Spiezeugcharakter und für die anvisierte Zielgruppe ebenso interessant wie für Profis. Die hochwertig anmutende Verarbeitung gefällt und der sehr günstige Preis macht selbst Anwendungsszenarien wie (WLAN-)Router oder Firewall denkbar. Positiv zu vermerken ist auch, dass der Eee schon im Auslieferungszustand eine gute Figur macht. Der Kleine hat Potenzial. (uba)
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Infos: |
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[1] Atheros WLAN-Howto:[http://www.fehu.org/atheros.html] [2] Atheros WLAN-Treiber: [http://sourceforge.net/projects/madwifi/] [3] Eee PC Software-Repository: [http://update.eeepc.asus.com/p701/pool/] [4] Weitere Software für den Eee PC: [http://forum.eeeuser.com/viewtopic.php?id=875] |





